Review

Das ist es also... das Remake von "Prom Night" aus dem Jahre 1980. Ohne jegliche Erwartungen sah ich mir den Film an: glücklicherweise! So blieb wenigstens die Enttäuschung aus.

Blondchen Donna (Brittany Snow) wird von einem immer wiederkehrenden Albtraum geplagt: als sie nach Hause kommt, findet sie ihren Vater und ihren jüngeren Bruder leblos vor; ihre Mutter wird wenige Minuten später vor ihren Augen getötet. Der Täter: ein geisteskranker Lehrer von Donna, Richard Fenton (Johnathon Schaech), der besessen von ihr ist und sie permanent stalkt. Exakt dieses Szenario passierte nicht nur im Traum, sondern auch in der Realität - drei Jahre zuvor.
Inzwischen lebt Donna mit Tante und Onkel zusammen und freut sich seit geraumer Zeit mit ihren Freunden auf den wichtigsten Abend: die Prom Night. Gefeiert und zelebriert wird das letzte Zusammentreffen aller Abschlussschüler in einem Hotel. Natürlich darf Richard dort nicht fehlen, der es zwischenzeitlich geschafft hat zu fliehen. Ist dieser Abend doch die perfekte Chance, an Donna zu gelangen…

Nun, zuerst muss man anmerken, dass der Film im Horrorgenre vollkommen fehl am Platz ist. Die Szenen, in denen Blut spritzt (sei es auch nur ein wenig), kann man an einer Hand abzählen, da kommt man sogar beim Anschauen mancher Musikvideos besser auf seine Kosten. Dazu trägt auch der Bösewicht des Films bei, der mehr verrückt und psychopathisch, als richtig furchteinflößend wirkt. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass seine Identität von Anfang an geklärt ist und man somit immer weiß, wo die Gefahr lauert. Im Thriller / Psychothriller-Bereich ist der Streifen zumindest sehr viel besser aufgehoben.

Obwohl man bei dieser Art von Film bekanntlich weniger auf den Sinn achten soll, komme ich nicht umher, mich an ein paar der absurdesten Szenen und Aktionen zurückzuerinnern: Basecapman Richard schafft es selbstverständlich überall unerkannt zu bleiben. Noch nicht einmal den Hotelangestellten kam er spanisch vor. Überhaupt schien es auch niemanden zu interessieren, dass er fast den gesamten Abend im Gebäude, wahlweise auch auf dem Gang oder vor Zimmertüren umherschlich.
Auf derselben unsinnigen Stufe befinden sich auch die Dialoge. Eine dumpfe Aufforderung ( "Lasst uns saufen!!!“ oder ähnliches) wäre in diesem Falle um Längen besser gewesen als ein erzwungenes, tiefsinniges Gespräch von Donnas Clique darüber, was die Zukunft bringt. Jedem Zuschauer, der auch nur eine Minute der Handlung verfolgt hat, ist zu diesem Zeitpunkt schon klar, dass das für einen Großteil der Freunde nicht viel sein wird.

Auf diesem Niveau schleppt sich der Film weiter und weiß dabei kaum zu überzeugen.

Es gibt recht viele Überraschungsmomente, an denen schreckhafte Menschen sicher ihre Freude haben. Spannender wäre es dennoch gewesen, hätte man in dem Bereich mehr Kreativität gezeigt. Angefangen von der typischen Türspion-Szene wird bis zum obligatorischen "Schließen des Spiegelschranks im Badezimmer“ (sogar mehrmals) die gesamte Mottenkiste einmal quer durchgewühlt. Die Charaktere haben viel zu wenig Zeit sich zu entfalten, passiert doch die Hälfte des Films lang überhaupt nichts. Brittany Snow kann ihr Schauspieltalent erst im letzten Viertel unter Beweis stellen, der Rest bleibt blass. So auch Richard, der den Film hindurch nur 4 Sätze in gefährlichem Ton vor sich hinmurmeln darf und dessen Gesicht man kaum richtig sieht.

Im Endeffekt ist "Prom Night“ definitiv kein Film, den man sehen muss. Alles kommt einem bekannt vor, jedoch besser umgesetzt und origineller. Als Notlösung zur seichten Unterhaltung noch ok, ansonsten verschwendete Zeit.


2/10 (+ einen halben imaginären Punkt für den Titelsong und Bloc Partys "I Still Remember“).

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