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Donnerwetter, man ist ja schon eine Menge in Teenieslashern gewöhnt: Klischeeopfer, die dämliche Dinge tun, bis sie dahingemetzelt werden; Täter, die überall und nirgends auftauchen und später mal eben übersinnlich werden; extreme Gewalt bis zur Ekelgrenze oder Billigproduktionen, wo einen die Lacher glatt den halben Film verpassen lassen.

Aber bei all diesen dämlichen, überflüssigen und schwachmatischen Hindernissen ist es den Machern von „Prom Night“ gelungen, einen neuen Tiefpunkt zu setzen.
„Prom Night“ ist ein Nichts von einem Film – eine vollkommene Verschwendung von Zeit, Geld und Material ohne einen einzigen Reiz, der einen Genrefreund (dessen Geschmacksnerven noch nicht total neutralisiert sind) vielleicht noch zufriedenstellen könnte.
Er ist weder spannend, noch blutig, noch extra dämlich, noch interessant; er hat keine Spannung, keine Rätsel, keine Plot-Twists, keine Überraschungen und auch so gut wie keinen Gore. Er ist schlicht und ergreifend belanglos, fade und überflüssig.

Das ist schon eine Leistung, wenn man bedenkt, daß es sich um das Quasi-Remake (aka Neuverfilmung oder Re-Imagination-Quatsch) eines Slasherklassikers von 1980 handelt, der zwar ebenfalls von der Qualität her unterste Schublade war (da hundertmal langweiliger und blutärmer als sein Ruf), aber mit Jamie Lee Curtis und Leslie Nielsen wenigstens zwei Gesichter hatte, an die man sich nach Filmende noch erinnern konnte.

Darüber hinaus mühte man sich im Original wenigstens um ein wenig Rätselspielerei, mittels eines Prologs in dem Kinder bei einem fiesen Spiel den Tod eines anderen provozieren. Dazu warf man noch einen entlaufenen Psycho und einen sinistren Hausmeister in den Topf und köchelte so lange, bis dann ein gaaaaaanz anderer Täter dabei heraus kam.

Hier bemüht man sich um gar nichts, die Story paßt auf eine Barserviette und ist wohl auch gleich so abgefilmt worden. Der Verantwortliche heißt J.S.Cardone, der schon das zelluloidgewordene Exkrement „The Covenant“ ablieferte und hier folgende Geschichte verzapft hat: die hüsche Teenagerin Donna muß mitansehen, wie ihr auf sie fixierter Exfreund ihre Familie abschlachtet, woraufhin er eingeknastet wird. Jahre später düst sie samt Boyfriend zum Schulabschluß, während er ausbricht und sich im gleichen Hotel einmietet. Dort zückt er ein Messer und bringt alle um, die ihm in den Weg rennen, vorzugsweise Hotelangestellte und Mitschüler. Einen nach dem Anderen und das wars. Ach ja, am Ende wird er erschossen.

So etwas Doofes bieten heutzutage nicht mal mehr TV-Produzenten ihrem Publikum an. Hier treffen sich nette, belanglose Bratzen aus der Abschlußklasse, die nicht einmal den Zickenkrieg oder die Alk- und Sexexzesse so weit übertreiben, daß ihr Ableben gerechtfertigt wäre. Es gibt ein bißchen Genöle wegen der Prom Queen, das wars auch schon. Ansonsten labert man uninteressantes Zeug über die Zukunft (also uninteressant für eine Serie von der Güteklasse „Dawsons Creek“ oder „90210“, man beachte!) und sucht nacheinander die Suite auf, in der der Killer wartet.
Der ist von Szene 1 an bekannt und da kommt dann auch keinerlei Überraschung mehr hinzu.
Die Verantwortlichen stellen sich noch nicht mal extra dämlich an, es ist einfach alles fade und uninspiriert. Jonathon Schaech als Killer sieht zwar ausreichend hart aus, aber er kommt immer von hinten oder von vorne aus dem Schrank, sticht mehrfach zu, das wars. Hier und da sickert etwas Blut oder spritzt an die Scheibe, im Wesentlichen sind es aber Off-Morde, mit denen wir es zu tun haben.
Die Location Hotel wird kaum ausgenutzt, abgesehen von einer Etage, in der (natürlich) gebaut wird.

Am Ende wechselt man dann noch zu Onkel und Tante nach Hause und dort wird weitergemeuchelt, nachdem die Gesetzeshüter aus nicht näher definierten Gründen einzeln um das Haus und nicht drinnen gruppiert sind, bis sich der Hauptbeamte ein Herz faßt und den Killer abknallt. TV-Sonnenscheinchen Brittany Snow muß ständig besorgt oder heulend vor sich hinstehen und entwickelt nie Final-Girl-Qualitäten und der Rest vom Cast ist genauso aus TV-Serien gnadenlos zusammengecastet worden.

Leute, es braucht kein Oscarmaterial für einen Slasher, er darf ruhig doof oder schlecht oder blutig sein – aber irgendwas muß er sein. Hier ist leider gar nichts vorhanden, was das Interesse aufrecht erhält, nicht mal ein Subtext, von dem das Genre ja eigentlich so reich ist. „Prom Night“ tuckert einfach arschlangsam und seltsam scheißegal vor sich hin, hakt ein paar Morde ab und das wars. Grund genug, vor Cardones „Stepfather“-Remake eine Heidenangst zu haben.
Das dieser tote Hund dann auch noch über 40 Mio. in den Staaten machte, kann wohl nur damit erklärt werden, daß sich rumsprach, daß das Endergebnis so öde war, daß man garantiert nach 20 Minuten seiner Freundin an die Wäsche gehen dürfte. (1/10)

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