Ich verstehe nicht, warum sich jeder über den fehlenden Blutgehalt des 2008er Prom Night aufregt. So sehr ging es im Original mit Jamie Lee Curtis da auch nicht zur Sache. Und nur um auf die vorherrschende, kleine Blagen beeindruckende Torture Porn Welle aufzuspringen, ein Leinwand-Massaker herrichten? Das wäre ja wohl völlig bescheuert.
Zumal dieser Film sich überhaupt nicht als Remake versteht (und auch keines ist). Wenn überhaupt wäre der vielzitierte Begriff "Neuinterpretation" angebracht.
Die Story ist schon althergebracht: Die amerikanischen Porn-lookalike Superteens gehen zum Prom. Doch eines der Mädels wird leider abgöttisch geliebt - von einem psychopatischen Killer, hrhr. Und die erste Überraschung: Die Mega-Klischee-Szenen und überzeichneten all-american-Katalogteens haben mich überhaut nicht genervt! Ich fand einige sogar richtig sympathisch. Und die Hauptfigur wird sogar mit etwas Seele gezeichnet. Ein echter Charakter, hui, gibt's heutzutage auch nicht all zu oft im Ami-Film.
Zudem sind Kamera, Inszenierung, Musikeinsatz und Schnitt einfach erstklassig! Alles wirkt völlig rund und weiß hervorragend zu unterhalten. Wer jetzt einen konventionellen Slasher erwartet hat, könnte schon enttäuscht sein, sollte sich doch aber trotzdem einfach an einem gut gemachten Film erfreuen. Der Streifen ist halt kein 08/15 Slasher im 80er Stil, sondern vielmehr ein klassischer Suspense-Thriller mit Krimi-Elementen und einem Aspekt des realen Horrors: Eben von einem Wahnsinnigen terrorisiert zu werden.
Ein dickes Lob verdient auch Johnathon Schaech als Killer. Habe lange keine so überzeugende, vor allem nicht überagierende Darstellung eines kranken Mörders gesehen.
Optisch und darstellerisch einwandfrei, zeigt Prom Night 2008 wie man auch ohne billige Effekthascherei und 666 Litern Blut einen spannenden, psychologisch ansprechenden Film drehen kann. Scheiß auf den 100. Teil von Saw und die ganzen Hostel Rip offs, schaut Euch mal einen guten Film an! 8/10
MovieMadness