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Die Sonne brennt, das Genrekino flennt

„Deadlock“ ist ein deutscher Westernhybrid und spielt irgendwo im wüsten mexikanischen Niemandsland, wenn ein Bankräuber mit einem Koffer voll Kohle vom scheinbar einzigen Bewohner der Gegend aufgelesen und aufgepäppelt wird. Natürlich mit mindestens einem Auge schielend auf das aufgeheizte Vermögen. Doch beide hätten nicht damit gerechnet, dass bald auch noch ein skrupelloser Räuberkomplize in der Pampas steht und ebenfalls seine Ansprüche auf den silbernen Koffer anmeldet… 

Vom Adorf in die B-Liga

Das ist ein brandheißes Eisen irgendwo zwischen Spätzle-Western, Jodorwosky, Peckinpah und Fiebertraum! Roland Klick und Mario Aforf liefern hier echt ab. Das Ding wird seinem glühenden Geheimtippruf mehr als gerecht. Erst recht in der famosen 4K-Restauration. Und das wirft auch Fragen auf, warum sich der deutsche Genrefilm nicht mehr oft in diese Ecke getraut oder zumindest verirrt hat, sich über die Jahrzehnte eher stoisch davon wegbewegt hat. Naja, lassen wir das Trauern und „Hätte, wäre, wenn“. „Deadlock“ nimmt man uns zumindest nicht mehr. Zum Glück. Klick ist hier eine flimmernde und fast schon (post-)apokalyptische Aura gelungen. Alles schwitzt, alles glüht, alles stinkt, alles stirbt. Für Enthusiasten. Für Fans von „Keoma“ bis „The Great Silence“. Ein scharfer Lichtblick in der deutschen Genrelandschaft. Ein Film wie Sandpapier. Das ist ultranihilistisch, das ist giftig gut! Im Doppel mit Klicks ebenfalls kraftvollem „Supermarkt“ gesehen - und ich muss unbedingt mehr von dem Mann sehen! 

Heists, Wüste, Gauner, Downer

Fazit: „Deadlock“ ist ein halluzinatorischer bis berauschender Genremix aus einer staubschluckenden deutschen Filmlandschaft vergangener Tage. Und manchmal gefühlt aus einer Parallelwelt… Ein rauer, sperriger und doch toller Western voller Schweiß, Spätzle, Blut und Besonderheit! 

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