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  Es gibt sehr gute Italowestern: Die Dollartrilogie, Mercenario, Spiel mir das Lied vom Tod, Nobody und einige wenige weitere. Es gibt weniger gute Italowestern: Der Großteil der Produktionen.Es gibt wenige gute US-Western: Der Großteil von und mit Clint Eastwood, Gary Cooper und ein paar John Wayne Kracher Es gibt eine Menge schlechter US-Western.Wenn man nun dem guten Italowestern huldigen möchte, so sollte man unbedingt zwei Dinge beachten: Clint Eastwood und mit Abstrichen Franco Nero waren immer die coolen Säue vor dem Herrn und die Musik hatte gefälligst von Ennio Morricone zu kommen.

Wenn man nun den klassischen  US-Western huldigen möchte, musste man erneut zwei Dinge beachten: Clint Eastwood und mit Abstrichen Gary Cooper oder John Wayne waren immer die coolen Säue vor dem Herrn und ein guter Regisseur war nötig für einen guten Film.

Allen Versionen ist gleich, dass die Story nicht das Hauptaugenmerk sein muß, aber einen souveränen Showdown brauchen. Das heißt will man einen guten Western, der all die guten Western-Filme huldigen will, braucht man vor allem drei Sachen, ist schließlich die Schnittmenge : Einen guten Regisseur, eine coole Sau vor dem Herrn, und Musik von Ennio Morricone.

The Good The Bad and the Weird will eine Huldigung der besten Zutaten des Westerngenres darstellen, und nimmt sich gleich mit dem Titel den besten aller Western vor: The Good the Bad and the Ugly, auf deutsch Zwei Glorreiche Halunken. Dabei zitiert er jedoch genüsslich alle anderen Western ebenfalls und versucht sich als Symbiose eines Intalowesterns mit klassischen Zutaten zu verstehen. Und das in der Mandschurai. Nicht umsonst wird dieses Genre als Kimchi-Western angesehen.
Die Story ist dementsprechend nichtssagend, dient nur als Vehikel von einer Actionsequenz zur Nächsten. Funktioniert bestens und blendend. Dieser Halbpunkt ist also positiv abgehakt.
Der Regisseur: zweifelsohne talentiert und ein Meister seines Genres. Eigentlich jedes Genres.Nur muß man festhalten, dass er nicht halb so gut ist, wie viele meinen, manchmal hat man den Eindruck, dass er zu sehr über den Klee gelobt wird, so auch hier. Aber: Er weiß genau, was er erzählt und wie er das zu tun hat. Positiv abgehakt.
Die mächtig coole Sau: Der vermeintlich coole bleibt ewig blass, wird von den beiden anderen Karikaturen ihrer eigenen Figuren an die Wand gespielt, macht aber nichts, da die Story trotz allem sehr gut als Vehikel für Actiongeladene Szenen funktioniert (s.o.). Auch dieser Punkt also halbwegs abgehakt.
Das Finale: Nicht von schlechten Eltern, wirklich sehr gut gelungen und eines Showdowns der besten Güte würdig. Auch ist der finale Twist kaum vorhersehbar, obwohl er den ganzen Film hindurch angedeutet wird. Respekt, da hat der Regisseur wirklich von den besten des Fachs abgeschaut!! Positiv abgehakt!
Ennio Morricone?Fehlanzeige!! Dieser Film schreit regelrecht nach Morricone, er dürstet nach Morricone, er verlangt nach Morricone.Aber er bekommt ihn nicht. Und das macht ihn letztendlich schlechter als er eigentlich wäre. Unglaublich aber wahr, wer schon mal einen mittelmäßigen Italowestern mit Morricone-Klängen gesehen hat, der weiß wovon ich rede: Man „hört" sich den Film trotzdem fasziniert bis zum ende an, weil es einem Spaß macht, Morricone zuzuhören.Hier fehlt das. Nicht nur das, alleine das Fehlen Morricones zerstört fast das Finale des Films.Wer hätte das gedacht!!!


Auch sonst fehlt diesem Film im Grunde genommen das gewisse Etwas, das ihn in den erlauchten Kreis der sehr guten Western hieven könnte. Weder schafft er es, sich mit den besten Italowestern wirklich zu messen, noch sich an den großen US-Vorbildern vorbeizuschleichen.

Er ist überdurchschnittlich gut, auf alle Fälle und auch über jeden Fall erhaben, produktionstechnisch überragend, aber die gewisse Leichtigkeit solcher Klassiker wie Mercenario, Vera Cruz, Zwei Glorreiche Halunken oder die überragende Dichte eines Sam Peckingpah-Klassikers bleiben ihm demnach verwehrt. Aber: eben mit diesen Filmen fast in einem Atemzug genannt zu werden, zeigt schon, dass er sehr nah dran war.
Fazit: Fast sehr gute Hommage an die Hoch-Zeit des Western jeglicher Couleur, und nach Todeszug nach Yuma wieder mal ein Western neuerer Prägung altmodischer Herkunft, der zeigt, dass gute Filme zu jeder Zeit in jedem Genre produziert werden können: Eigentlich 9 Punkte, aber wegen dem Morricone-Fehlen nur 8 Punkte!!!

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