Ja, okay, der Film ist reine Blasphemie. Wie man unschwer an dem Titel erkennen kann, hat sich Regisseur Kim Ji-woon doch tatsächlich an Sergio Leones Meisterwerk THE GOOD THE BAD AND THE UGLY vergriffen und daraus mit ein paar Ideen anderer westlicher Western (und ein wenig Indiana Jones) die asiatische Version gemacht. Genauer gesagt; es ist eine rasante, bunte, durchgedrehte, aberwitzige Achterbahnfahrt, die fast über die gesamte Länge unheimlich viel Spaß macht. Oder kurzum: dieser sogenannte "Oriental Western" rockt und er rockt verdammt noch mal gewaltig.
Nach einem kurzen Einstieg knallt Kim Ji-woon auch gleich das erste Highlight des Films auf die Leinwand - ein Eisenbahnüberfall. Bevor das geschieht verfolgt er mit einer wundervollen und sehr eleganten Kamerafahrt einen Vogel, der auf den besagten Zug zusteuert und präsentiert dabei eine große, weite Landschaft mit einem kräftig blauen Himmel als Kontrast. Schnitt, dann die Ruhe vor dem Sturm und... BÄNG. Es knallt, es fetzt und Regisseur Ji-woon bedient sich einer tollen, erfrischend furiosen Kamerarbeit mit vielen ungewohnten Perspektiven und Schwenks. Und als Sahnehäubchen gibt es einen orientalisch angehauchten, fetzigen, perfekt stimmenden Score sowie Ironie und Witz (und ein wenig Klamauk) obendrauf. Gleich in dieser wahnsinnigen Eröffnungsszene werden die drei Protagonisten vorgestellt.
Leider etwas blass ist der ruhige, stets besonnene aber ungemein geschickte "The Good", dargestellt von Jung Woo-sung. Aber das macht nichts, denn dafür sind die beiden anderen Charaktere wunderbar in Szene gesetzt und zudem erstklassig besetzt. Zuerst einmal der großartige Lee Byung-hun als "The Bad", war ein wortkarger, raffinierter Bösewicht jemals so cool, lässig und elegant? Wohl kaum. Der Showstealer des gesamten Films ist aber ohne Zweifel der augenscheinlich verrückte, aber insgeheim doch ziemlich abgebrühte "The Weird" und welcher asiatische Darsteller hätte diesen auf der einen Seite absolut durchgeknallten auf der anderen Seite aber auch wenn es sein muss auch ziemlich ernsten und nüchternen Charakter besser darstellen können als der wunderbare Song Kang-ho? In den Szenen mit ihm spürt man seine ungeheuere Präsenz ziemlich deutlich und jedesmal wenn er Screentime bekommt, ist es ein wahres Fest.
Natürlich kann der Film dieses enorme Tempo und diese unglaubliche Dichte nicht über die gesamte Länge tragen, das wäre fast schon unmöglich. Hier und da gönnt sich der Film ein paar Verschnaufpausen, stellt seine Charaktere ausführlich vor und portraitiert auch ein wenig das Land, in dem die Handlung stattfindet. Das sind so die Kleinigkeiten des Films, die ruhigen Passagen, die ihn über den anderen Blockbuster-Allerlei hieven.
Doch am Ende überwiegt das großartige, laute Abenteuer und die schrille, witzige Action. Und beim Finale holt Kim Ji-woon noch mal alles aus der Geschichte und den Charakteren raus. Und der finale Showdown kann sich durchaus mit dem des Originals messen.
In erster Linie geht es hier darum Spaß zu haben und das hat man durch die konsequente Abgedrehtheit des Films, den Witz und die Ironie, die granatengeile Action, die bunten Locations, die kräftigen Farben und Bilder, die erstklassige und elegante Kamerarbeit und nicht zu letzt durch den nahezu perfekt besetzten Cast.