Super-Nazi-Zombies!
Immerhin, Steve Barker hatte eine Idee.
Keine besonders kreative, keine die nicht schon da war, aber wenigstens eine Idee. Und weil er den Machern offenbar kreativ verklickern konnte, wie sich die Story recht kostengünsting umsetzen lassen könnte, durfte er auch gleich selbst inszenieren.
Auch eine Art, seine Karriere voranzutreiben.
Die Idee geht so: bekanntlich ist ja Osteuropa in den Köpfen der Amerikaner (und seit "Hostel" auch in denen der Europäer) so eine Art asoziale Terra Incognita. Da kann man ne Menge anstellen, ne Menge kaputtmachen und die Leute haben ja eh kaum fließend Wasser, weil sie sich meistens mit sich selbst paaren, zumindest in den Gefechtspausen. Deshalb kann es dort ja vielleicht auch einen vergessenen Bunker geben, in dem die bösen Nazis unglaublich finstere Experimente durchgeführt haben.
Sie haben nämlich das Problem des Feldgenerators gelöst (Physiker unter den Lesern dürfen sich gern anderweitig schlau machen) und untötbare Soldaten in die Phase versetzt. Die Behelmten tauchen also nur auf, wenn man denn die Maschine in Gang setzt oder manchmal auch einfach so, teleportieren durch die Gegend und meucheln wie wild, können aber selbst nicht weggeflext werden. Übel, übel!!!
Jetzt kommt die "Firma" mit den "Geldgebern" ins Spiel, die Ray Stevenson (den besten "Punisher", den wir bisher hatten) und sein Söldner-Sixpack engagieren, um dort in Rebellen-Kriegsland mal so richtig abräumen. Erst spricht man von Mineralien, dann kommt die Maschine ins Spiel, nur die untoten Nazis hatte wohl niemand auf der Rechnung.
Wem das jetzt ein wenig wie eine Cheap-Cheap-Variante aus "Shock Waves" und "Predator" vorkommt, der liegt goldrichtig, denn aus dem Bunkerausflug wird ein Belagerungszustand, bei dem die Verteidiger übelst ausschauen, denn die Gefahr kommt von innen und außen.
Klingt abgelutscht, ist es auch, aber dennoch ist Barker kreativ genug, aus dem grauen Waldspaziergang das Maximum an Spannung herauszukitzeln, zumindest die ersten beiden Filmdrittel lang. Die Atmosphäre in der Bunkerlage ist schön "creepy", ein gefundener hohläugiger Überlebender verhält sich ziemlich beunruhigend und was überhaupt vor sich geht, müssen die Männer erst noch erkunden. Barker spielt effektiv sein verhaltenes Suspensespielchen und gibt den Söldnerfiguren tatsächlich so etwas wie Tiefe und Charakter, während die Backstory sich ganz langsam vor den Zuschaueraugen entfaltet.
In Osteuropa angesiedelt - wo eben Billigfilme ganz gern gedreht werden - aber kurioserweise inszeniert in Schottland (die Quadratur des Kreises sozusagen), spielt der Film nur im Bunker und auf der Lichtung im Wald, um die sich ständig schattenhafte Soldatengestalten zeigen, die erheblich an den Nerven aller Beteiligten sägen. Billig und effektiv zugleich.
Leider geht im letzten Drittel, wenn sich die Söldner zum letzten Gefecht rüsten, dem Spektakel die Luft aus. Das Problem zur interessanten Grundidee ist nämlich, daß man den Figuren auch immer eine Möglichkeit zur Gegenwehr geben muß, um sich effektiv oder überhaupt verteidigen zu können. Hier ist die ziemlich tralala und die Pointe absehbar, was nur zu enormem, aber ineffektiven Gaballer führt und dann das finstere Treiben enttäuschend fade werden läßt.
Darüber hinaus wollte man wohl unbedingt die Basis für eine Fortsetzung und die bekommt man dann auch, zufriedenstellend ist das alles aber nicht. Auch die Gegenüberstellung von seelenlos kämpfenden Soldaten und den bezahlten, aber mit einem Privatleben ausgestatteten und motivatorisch fragwürdigen Söldnern, geht in dem finalen Geballer dann irgendwie unter.
Dennoch ist "Outpost" eine sparsame und wirksame Methode, einen kostengünstigen Abend mit einer kostengünstigen Produktion zu verbringen. Wenig Herumalbern, viel grimmiger Ernst und eine ausweglose Situation, dieses Kriegs- und Westernmotiv funktioniert noch immer prächtig und bei so farbigen Figuren kann man nur hoffen, daß die schon in Produktion befindliche Fortsetzung, die Barker schon in der Tasche hat, dieses Niveau halten kann. (5/10)