Torture Porn again?
Keinesfalls, denn Titel als auch Cover verweisen zwar auf eine härtere Gangart, doch von all dem sieht man in diesem Serienkiller-Thriller mit Betonung auf Cop-Drama herzlich wenig.
Und genauso wenig kann man am Ende mitnehmen, da sämtliche Zutaten ideenlos zusammen geschustert wurden und nach zwanzig Minuten bereits die ersten Durchhänger zu verzeichnen sind.
Im Zentrum der beliebig anmutenden Chose steht Cop Nick Ferguson, der dem Frauenmörder Teddy auf der Spur ist. Nach dem ersten Zusammentreffen findet sich Nick mit einem neuen Herz im Hospital wieder und leidet fortan unter Visionen, in denen er die Gesichter bald sterbender Opfer wahrnimmt.
Sein Chef steht dem unter Tabletten und Alkohol stehendem Cop zwiespältig gegenüber, bis Nick auf eigene Faust ermittelt und sich dem Psychopathen ein weiteres Mal von Angesicht zu Angesicht gegenüber sieht.
Es scheint, als könne man diesen Cop-Thrillern mittlerweile kaum etwas Innovatives abgewinnen, so völlig ohne Raffinesse und Drive erscheint dieser.
Allein das Pacing ist katastrophal, die Dialoglast redundanter Gespräche erschlägt minimal aufkommende Spannung im Keim und nach einiger Zeit ist einem sogar das Schicksal der Hauptfigur nahezu gleich, - tödlich für ein so ausgelegtes Skript.
Denn Ferguson ist das wandelnde Klischee eines ausgebrannten Cops mit Trauma der ermordeten Ehefrau, einem Alkoholproblem, mit gutem Kontakt zum Gerichtsmediziner und väterlicher Beziehung zum Vorgesetzen.
Das Storyelement mit den Erscheinungen im Traum wirkt zwar für einige Zeit recht interessant, nutzt sich aber sehr bald ab, da die Motive der Schocksituationen stets die gleichen sind und außer Frauen mit blutigen Gesichtern keine Abwechslung geboten wird.
So haben wir also einen Cop im latenten Dämmerzustand, der durch graue Kulissen latscht, sich abwechselnd mit Chief und Doc unterhält, bei Frau Psychologin völlig auf Abwehr geht und ein Medium kennen lernt, welches erst gegen Ende eine halbwegs passable Funktion erfährt, wenn auch im vorhersehbaren Sinne.
Der Killer taucht indes nur zu Beginn und zum Showdown in nennenswerter Form auf, hat aber außer Bauch aufschneiden und dem Ziehen zweier Zähne keine blutigen Eingriffe vorzunehmen, - der Titel bleibt tatsächlich ohne Relevanz.
Reichlich konstruiert und unglaubwürdig erscheint das Konstrukt im Detail, wenn man bedenkt, dass lediglich ein heruntergekommener Cop auf einen Serienkiller angesetzt wird, der zudem noch dauerhaft unter Drogen steht und einen Killer jagt, zu dem es noch nicht einmal Phantombilder oder nähere Hinweise gibt, obgleich viele Aspekte den Täterkreis binnen kürzester Zeit einschränken müssten.
Das Zusammenspiel mit dem Medium wirkt dagegen größtenteils lächerlich, da werden abgedroschene Philosophien durchgekaut und eine sonderbare Nähe zur Hauptfigur aufgebaut, die völlig unrund wirkt, da diese Beziehung zu willkürlich Einbindung findet.
Mangelndes Erzähltempo, eine behäbige Inszenierung und müde Darsteller sorgen im Gesamtbild letztlich für einen faden Thriller, der zu keiner Zeit auf den Punkt kommt.
Einer jener Streifen, die man binnen weniger Tage komplett vergessen hat, weil sie nicht eine markante Einstellung liefern, zwar nicht wehtun, aber eben auch keinen Grund liefern, ihn sich überhaupt erst einzuschieben.
3 von 10