"Unser Geruch zieht sie an, vielleicht, weil er anders ist als der ihres verwesenden Fleisches."
"28 Days Later - The Aftermath" ist ein Graphic Novel, dessen Kurzgeschichten zwischen den beiden Filmen "28 Days Later" und "28 Weeks Later" angesiedelt sein sollten. Von den vier Geschichten ist allerdings nur eine dabei, die wirklich zwischen der Handlung von den beiden Filmen spielt. Und diese hat es nicht einmal als Umsetzung in bewegte Bilder geschafft, denn nur zwei der vier Geschichten wurden als animierte Comic Panels umgesetzt.
"28 Days Later - The Aftermath: Dezimierung" hat eine Laufzeit von nicht mal 5 Minuten und entfaltet in dieser eine an die "Resident Evil"-Reihe angelehnte Atmosphäre. Der Kurzfilm hat in etwa die gleiche Zeitebene wie "28 Days Later" und handelt von einem weiteren Überlebenden in London, der sich gegen die Infizierten mittels Machete und Schusswaffen verteidigt oder sie sogar gezielt angreift.
Trotz seiner kurzen Laufzeit und der actionorientierten Inszenierung enthält "28 Days Later - The Aftermath: Dezimierung" eine gesellschaftliche Komplexität, da sich die Hauptfigur nicht nur gegen die Infizierten sondern auch gegen einen weiteren Überlebenden verteidigen muss.
Im Gegensatz zu "28 Days Later - The Aftermath: Entwicklung" sind die Bilder wesentlich detailreicher gezeichnet und von Sprechblasen befreit. Diese wurden durchgehend synchronisiert. Heraus aus den düster gezeichneten Straßen Londons stechen pastellfarbene Zeichnungen von markanten Gebäuden. In Kombination mit blutigen Bildern ergibt sich ein sehr variantenreiches, visuelles Ergebnis.
Einzeln betrachtet erweitern die Kurzfilme das Universum der "28"-Reihe nur marginal. Erst alle vier Geschichten zusammen ergeben eine klare Aussage, denn die letzte bringt alle wichtigen Figuren zusammen und trifft eine endgültige Entscheidung über sie. Einzeln erfasst wirkt die Handlung unvollständig und ohne Abschluss. "28 Days Later - The Aftermath: Dezimierung" ist die dritte Geschichte im Graphic Novel, die sich durch eine Menge Action flott und temporeich anfühlt und mit abwechslungsreichen Zeichnungen punkten kann. Nur wenig Bereicherung bringt allerdings die Handlung und das sehr abrupte Ende.
6 / 10