Nach „Kleine Mord unter Freunden“ und „Trainspotting“ ist „Lebe lieber ungewöhnlich“ der dritte Film von Regisseur Boyle. Zum ersten mal stehen ihm hier ein größeres Budget und amerikanische Topdarsteller zur Verfügung. Trotzdem reicht dieses Werk nicht an seine bisherigen Erfolg heran, was vor allem an der Idee selber liegt.
Der Erzengel Gabriel schickt nämlich zwei Engel auf die Erde, damit sich Raumpfleger Robert und die reiche Tochter Celine ineinander verlieben. Da trifft es sich gut, dass Roberts Freundin ihn verlässt und Celine mal wieder einen weiteren Liebhaber fertig macht. Beide treffen zusammen, als Robert seinem Chef, welcher Celines Vater ist, einmal richtig die Meinung geigen will. Als Robert dort in die Ecke gedrängt wird beginnt eine aber witzige Odyssee, auch Entführung genannt.
Böse verschrieben hat man sich hier und wäre besser ohne den Phantasiepart weggekommen. Die Geschichte um den Erzengel und die zwei „Angestellten, welche nun das Paar zusammenbringen sollen sind leider nicht wirklich komisch und wirken eher aufgesetzt und angehängt.
Was dem Film gut tut, sind die farbenfrohen, schicken Bilder und die vielen guten Musikeinlagen. Der Film ist bis ins kleinste Details sorgfältig gestylt, die bei der hübschen Landschaft anfangen und bei Celines Handschuhe aufhören. Das Einspielen bekannter Musikstücke hebt die Stimmung und sorgt dank der swingenden Musikeinlage für einige Lacher.
Die Stärken liegen bei diesem Film aber am Duo Robert/Celine und ihrer Spritzigkeit. Der minderbemittelte, etwas zu dumme, Robert geht der Entführten Celine bald stark auf die Nerven, so dass sie dann bald das Zepter schwingt und ihm zeigen muss wie so eine Entführung abläuft. Unter anderem zapft sie sich selbst Blut ab, um es ihrem Vater zu schicken, worauf Robert in Ohnmacht fällt oder reagiert ihre Wut über Robert beim Holz fällen ab.
Belustigend sind auch einige Umschnitte, in denen dann ganz unvermittelt Celine zur Tat schreitet. Denn während Robert noch über Millionen grübelt, hängt Celine schon am Telefon und versucht ihren Vater (hat deutliche Adolfanleihen) eins vorzuheulen, um an seine Millionen zu kommen. Das Früchten möchte nämlich ihren Vater ausnehmen.
Sehr platt sind nun die folgenden, nicht enden wollenden, und langweiligen Versuche der beiden Engel das streitbare Paar zusammenzuführen. In der letzten halben Stunde schienen dem Autoren die Ideen auszugehen, da man sich ganz nah an einer Bruchlandung befindet. So richtig witzig und interessant wird es nämlich nicht mehr. Daher muss sich der Himmel noch mal einschalten um den Film irgendwie zu einem Ende zu führen und beide zusammenzutreiben.
Schauspielerisch ist der Film zwar namhaft besetzt, doch leider bleiben die Darsteller fast komplett unter ihren Möglichkeiten. Ewan McGregor spielt seinen Charakter zu trottelig und naiv, so dass man dem Jungen am liebsten selber auf die Sprünge helfen würde. Holly Hunter und Delroy Lindo sind als beide als Engel lächerlich und unglaubwürdig, da sie dem Film keinen Witz verleihen können und dämlich agieren. Einzig Cameron Diaz kann man eine gute Leistung zugestehen. Faszinierend wie sie aus der Opferrolle, die Führung an sich reißt und selber ihren Vater erpresst. Das Verhältnis zu dem Zahnarzt passte da nicht so ganz ins Geschehen, ist aber dem schlechten Drehbuch zuzuschreiben. Höhepunkte sind sicher ihr Karaokeauftritt, der diesmal gnädiger als in „Die Hochzeit meines besten Freundes“ ausfällt und ihr Überfall auf die Bank.
Fazit:
Der Mix aus Phantasiefilm und unmöglicher Romanze funktioniert leider nicht richtig, da die beiden Elemente sich nicht zu einem Ganzen zusammenfügen lassen. Eine freche Cameron Diaz und ein paar nette Dialoge und Einfälle retten den Film vor der totalen Bruchlandung. Zumindest an der Optik kann man sich ergötzen, der Rest ist aber zu albern und dumm, um witzig zu sein.