Innerhalb der ersten Minute, als eine Mutter und ihr Kleinkind von einer riesigen Schar Ameisen heimgesucht werden, lassen die behämmerten Animationen bereits auf eine unterirdisch schlechte Produktion des Sci-Fi-Channels schließen.
Ist letztlich auch eine.
Das Geschehen spielt sich auf einer kleinen thailändischen Insel ab, auf der das Militär den Angriffen der Ameisen nicht mehr gewachsen ist. Also muss die Spezialeinheit „Thorax“ um Heldenpaar Len und Claire ran, die noch nicht ahnen, dass die intelligenten Viecher von einer außerirdischen Macht gesteuert werden.
Tierhorror allein wäre gewiss flutschiger gewesen, doch mit diesen ganzen Leuchteffekten und den Tausenden von Ameisen, die sich in der Luft zu merkwürdigen Gebilden formen und sogar ihre Krallen ausfahren, gerät der Trash-Faktor eindeutig zu hoch.
Vor allem, weil die Computereffekte durch die Bank unterirdisch ausfallen. Wenn Millionen von Insekten die eigentlich malerische Landschaft überlaufen, ist das noch sehbar, doch sobald sie ein menschliches Opfer angreifen, offenbart sich purer Dilettantismus.
Aber auch die Waffen der Spezialeinheit, mit hellblau leuchtenden Protonen-Blitzen, wirken eher wie aus „Ghostbusters“ und erscheinen keineswegs zeitgemäß.
Mitfiebern fällt indes fast komplett weg. Dafür sorgen überaus flache Charakterzeichnungen sämtlicher Figuren, unterdurchschnittliche, zumeist hölzern agierende Darsteller und viele Dialoge, die die Handlung kaum voranbringen.
Halbwegs spannend ist das noch, als das Heldenpaar ein Mädchen von einem Hügel (von Ameisen umgeben) retten muss oder ein Veteran eine Ameise im Gehörgang sitzen hat, wodurch er regelmäßig kleine Flashs bekommt.
Aber anstatt auch mal Angriffe auf die Zivilbevölkerung einzubinden, konzentriert man sich fast nur auf die Mitglieder der Spezialeinheit, von der bis zuletzt die meisten verschont bleiben.
Da ist nahezu jeder Handlungsschritt vorhersehbar, man weiß frühzeitig, wer zuletzt das große Opfer bringt, dass das eigentlich getrennte Paar wieder zueinander finden wird und der zuständige Minister mit Sicherheit noch sein zweites Gesicht zeigen wird.
Eigentlich sind solche bekannten Muster im Tierhorror willkommen, doch dazu gehört eben auch eine sympathische Umsetzung mit brauchbarem Erzähltempo, was hier kaum gegeben ist.
Zu selten finden sich atmosphärische Szenen, etwa als zwei Typen eine leerstehende Holzfabrik absuchen und nur am Rande finden sich leicht blutige Szenen, da die meisten Opfer ohnehin im CGI-Gewimmel verschwinden.
Doch spätestens als man sich über aufgemalte Symbole mitteilt und sich Milliarden Insekten zu einer Riesenameise formen, weiß man auch als eingefleischter Genre-Fan nicht, ob man nun lachen oder weinen soll.
3,5 von 10