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In der langen Geschichte des Horrorflms musste ja schon so ziemlich jede Art von Tier irgendwann einmal als Killer herhalten. Auch die Ameisen machen dabei keine Ausnahme. Neben dem wirklich gelungen Phase IV sind aber eigentlich nur noch der 50s-Knaller Them! und der Oberheuler Empire of the Ants zu empfehlen. Killerameisen ist dagegen ein Film zum vergessen.

Schon nach den ersten fünf Minuten ist klar, dass es sich hier wohl um ziemlichen Müll handeln dürfte. Billigst animierte Ameisen verspeisen zu Musik aus Akte-X (dürfte passenderweise sogar in der Folge Der Kokon vorkommen) in sekundenschnelle eine Mutter und deren Baby.
Stand da eigentlich Nu Image Films im Vorspann?
Mit zunehmender Spieldauer wird das Ganze dann immer hanebüchender und gipfelt in Schwachsinn der seinesgleichen sucht. Ein riesiger Ameisenschwarm überzieht eine asiatische Insel und knabbert dabei einen Großteil der Bevölkerung weg. Weil das Militär mit der Situation überfordert ist, werden amerikanische (wer auch sonst) Insektenbekämpfungsspecialforces zur Hiilfe geholt. Das Team glänzt zunächst mit beinahe philosophischen Weisheiten ("Das hier sind keine computeranimierten Ameisen aus einem Horrofilm, sondern echte.") und zückt dann futuristische Laserwummen die nicht nur albern und scheisse aussehen, sondern auch ziemlich albern und scheisse sind. Richtig lächerlich wirds dann aber, wenn man das erste Mal sieht, wie sich die Ameisen zu langen grauen Säulen verbinden (der schwarze Rauch aus Lost lässt grüßen), die durch die Luft wirbeln und sich zu Armen mit Händen formen können,  um Boote zurück an Land zu ziehen oder um kleine Mädchen als Geiseln zu nehmen.
Wer jetzt denkt, schlimmer gehts nimmer, der irrt gewaltig. Denn was dem Zuschauer in der Höhle der Ameisen geboten wird, ist an Unfug kaum noch zu überbieten. Die Ameisen können sich nämlich  zu einer Art Supercomputer verbinden und mit den Menschen kommunizieren. Der Grund dafür wird hier nicht verraten, passt aber ins Gesamtbild der Peinlichkeiten.

Die Figurenzeichnung der Charaktere ist natürlich keinen Deut besser. Abziehbilder aus dem 1x1 des Horrorfilms: Unfähiges asiatisches Militär mit diktatorischem Führer, Ex-Pärchen bei den Amis (Sie pro Natur, er Boss der Insektenvernichter), versoffener Waffennaar und natürlich der obligatorische Schwarze, damit auch wirklich für jeden was dabei ist. Gespielt wird das Ganze auch höchst unterdurchschnittlich und vieles ist vorhersehbar. Das mit Abstand schlechteste sind aber die saumiesen CGI-Effekte. Hier wird wirklich jeder Anflug von Atmosphäre im Keim erstickt. Wenn die Ameisen am Anfang zu tausenden über den Boden krabbeln, kann man noch gerade so beide Augen zu drücken, aber spätestens ab Minute 20, wenn das erste Mal die Ameisententakel auftreten ist alles aus, so armselig ist das Gebotene.

Unter dem Strich bleibt lächerlicher Müll, den sich wirklich niemand freiwillig antun sollte, da auch harte Trash-Fans wenig Spass haben dürften. Wären die CGI-Effekte nicht ganz so erbärmblich und die Story nicht ganz so Panne, dann wäre sicherlich etwas mehr drin gewesen. So aber nur kanpp am Abgrund vorbei. (2/10)

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