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Das Ehepaar Liz und Jeff Benedict, in dessen Beziehung es kräftig kriselt, stellt die 18jährige Joanna als Haushälterin (NICHT Babysitterin, wie der Titel vermuten lässt!) ein, die zudem auch ein Auge auf ihre Tochter Tara werfen soll. Zu spät ahnen die Benedicts, was für ein Früchtchen sie sich da ins Haus geholt haben: Dass sie seit frühester Kindheit durch mehrere Pflegefamilien durchgereicht wurde, hat bei Joanna nämlich zu einer ganz schön heftigen, mentalen Macke geführt, die schon so einige Opfer gefordert hat. Zunächst säht Joanna nur Zwietracht zwischen Liz und Jeff, doch irgendwann greift sie auch zum Küchenmesser. Kann der alte Dr. Lindquist von nebenan, der dem kleinen Luder nicht über den Weg traut und deshalb in Joannas Vergangenheit rumschnüffelt, noch rechtzeitig den Tag retten, bevor sie auch die Benedicts über den Jordan schickt...? Peter Medak nimmt in seinem TV-Streifen "The Babysitter", den er im Anschluss an seinen immer noch wohlgelittenen, aber maßlos überschätzten Geisterfilm "The Changeling" gemacht hat, viele jener inhaltlichen Versatzstücke vorweg, aus denen da im Abschluss fast sämtliche Psychopathen-Thrillerchen der 80er und 90er Jahre zusammengebastelt wurden... seien es nun höherwertige Vertreter ihrer Gattung wie etwa "Eine verhängnisvolle Affäre" und "Die Hand an der Wiege" oder niederer Genre-Müll wie "Poison Ivy - Die tödliche Umarmung" und "Das Biest". Von der Warte aus betrachtet kann man das Ganze ergo in dieselbe Schublade packen, in der sich u.a. auch Clint Eastwoods Regie-Debüt "Sadistico - Wunschkonzert für einen Toten" befindet, das seiner Zeit ja auf vergleichbare Weise ebenfalls (sogar noch wesentlich mehr) voraus gewesen ist. Nun ja, Vorbild-Charakter in allen Ehren, aber man hätte sich doch gewünscht, dass die Geschichte dann auch damals schon ein wenig publikumswirksamer für die große Leinwand aufbereitet worden wäre und nicht bloß in jeder Hinsicht ziemlich harmlos fürs Pantoffel-Kino, wo sich das alles ob des gemächlichen Erzähl-Tempos doch mächtig zieht. Statt Spannung verbreitet die Chose dann auch eher elegische Langeweile und die Glaubwürdigkeit bleibt da schnell auf der Strecke, wenn die zum Dreh-Zeitpunkt bereits 24jährige Stephanie Zimbalist als bekloppte Teenagerin unmotiviert am Rad dreht und ihren zahmen Psycho-Terror veranstaltet. Auf handfeste Schauwerte oder auch nur einen halbwegs genregerechten Body-Count muss man dabei aber leider verzichten. "The Babysitter" rettet sich dann nur noch mit ein wenig Late-70s-Creepiness, die in die neue Dekade rübergeschwappt ist, der einen oder anderen sorgsam komponierten Bild-Einstellung sowie dem heftigen (aber zugegebenermaßen ganz unterhaltsamen) Overacting der beiden Eltern-Darsteller Patty Duke und William Shatner halbwegs über die Runden... und das ist doch ein wenig dürftig, zumal auch das Ende, bei dem schnell die Erwartungen auf ein zünftiges Messerschwinger-Finale untergraben werden, mal eher ein ganz schlechter Witz ist.

3/10

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