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Robert de Niro spielt einen Hollywood-Produzenten, der tagtäglich mit seinem chaotischen Privatleben, seiner geldgierigen Chefin, gespielt von Catherine Keener, und den eigenwilligen Regisseuren und Darstellern Hollywoods konfrontiert ist. Während er versucht einem Regisseur einzureden, das Ende seines Films zu ändern, ergibt sich ein weiteres Problem: Bruce Willis hat sich einen Vollbart wachsen lassen und denkt nicht einmal im Entferntesten daran, diesen für die nächste Produktion abzurasieren.

Barry Levinson, der in den 80ern und 90ern einige gefeierte Werke wie "Good Morning Vietnam", "Rain Man", "Sleepers" oder "Wag the Dog" abgeliefert hatte, steht nun schon seit Jahren für relativ erfolglose und wenig beachtete Filme, so blieben "Neid" und "Man of the Year" eher Filme zweiter Klasse, was wohl der Grund dafür ist, dass er mit seiner Hollywood-Satire "Inside Hollywood" an alte Glanzzeiten eines "Wag the Dog" anzuknüpfen versucht, was allein die erneute Besetzung de Niros als Produzent schon erahnen lässt. Allerdings reicht "Inside Hollywood" nicht an sein Vorbild heran.

Als Satire funktioniert das Ganze nämlich nur bedingt. Der Blick hinter die Kulissen Hollywoods ist recht amüsant, mitunter auch etwas ironisch gelungen, was man der Personenkonstellation schon recht deutlich ansieht. Angefangen bei der ausschließlich kommerziell interessierten Studio-Chefin, über einen enorm selbstgefälligen Sean Penn und den etwas hysterischen Regisseur, der sich unter keinen Umständen ins Handwerk pfuschen lassen will, bis hin zu einem offensichtlich übergeschnappten, überaus extravaganten Bruce Willis, der mit seinem Vollbart wie ein Almöhi-Verschnitt wirkt, sind die Charaktere durchaus darauf ausgelegt, die typischen Hollywood-Klischees etwas überspitzt zu repräsentieren.

Und so ist "Inside Hollywood" durchaus recht amüsant geworden, aber die Gags funktionieren im Grunde nicht, weil sie sonderlich bissig oder zynisch wären, sondern eher wegen der Hollywood-Darsteller, die sich zum Teil selbst spielen und dabei durchaus Eigenironie beweisen. Beißend ist das Ganze aber wie gesagt zu keinem Zeitpunkt, die Satire wirkt recht glatt und brav und dieses faden Beigeschmacks kann sich Levinsons Werk zu keinem Zeitpunkt erwehren, was man "Inside Hollywood" auch ganz klar anlasten muss, wobei der Film zumindest als Blick hinter die Kulissen teilweise funktioniert, auch wenn er dabei natürlich nicht so enthüllend und schockierend ist, wie er es gern wäre.

Dabei zeigt sich Robert de Niro einmal mehr in Hochform und stellt sowohl das berufliche, als auch das Privatleben seines Charakters gelungen dar und ist in seiner Rolle glaubhaft genug, dass der Blick hinter die Kulissen recht authentisch wirkt. Daneben ist auch Catherine Keener in der Rolle der profitgierigen Studioleiterin überzeugend, was auch für John Turtorro als Willis` Agent gilt, genauso, wie für Michael Wincott, der als hysterischer Regisseur zudem einige Lacher auf seinem Konto verbucht. Sean Penn und Bruce Willis, die sich selbst verkörpern, sorgen ebenfalls für einige Lacher und machen ihre Sache in bester Spiellaune und mit einer gehörigen Portion Eigenironie ebenfalls ziemlich gut.

Wäre noch zu erwähnen, dass die Hauptfigur zumindest teilweise an dramaturgischer Tiefe gewinnt, weil Levinson, der seinen Film erzählerisch versiert und weitestgehend strukturiert konzipiert, ausreichend Laufzeit auf das Privatleben seines Charakters verwendet. Während auch die restliche Inszenierung routiniert ausfällt und die Gags solide platziert werden, fehlen Levinson im Endeffekt dann aber die Innovationen, um "Inside Hollywood" doch noch irgendwie über das graue Mittelmaß hieven zu können.

Fazit:
"Inside Hollywood" ist sicherlich ein amüsanter Einblick hinter die Kulissen Hollywoods, der vor allem vom spielfreudigen, Selbstironie zeigenden und exzellent aufspielenden Cast und einigen amüsanten Gags lebt, aber ansonsten eher durchschnittlich gerät und als Satire nicht den nötigen Biss enthält, der Levinsons Werk über das Mittelmaß hinaus verholfen hätte.

62%

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