Review

Die Geschichte von Mike Tyson. Von seinen frühen Anfängen als 12-Jähriger Amateurboxer mit einem harten Schlag bis hin zum unangefochtenen Titel des “Heavyweight Champion of the World”, und schlussendlich zu seiner Verurteilung wegen Vergewaltigung. Die Geschichte seines turbulenten Lebens bewegt sich schnell und fokussiert sich nie länger auf eine einzelne Sache.

Die meisten sportinteressierten dürften Iron Mike ja noch vielleicht sogar aus aktiven Zeiten kennen, Schwergewichtsweltmeister aller gängigen Verbände, mit einem KO-Rekord der ebenso groß, wie sein Mundwerk war. Diesem Champion widmete HBO einen Fernsehfilm und versuchte auch mal den Menschen hinter der Fassade näher zu bringen, was sogar recht gut hier gelang. Für einen Sportfilm wird dabei sogar erstaunlich wenig Zeit im Ring verbracht. Es lag den Machern deutlich mehr am Herzen den Mensch Tyson zu dokumentieren als den Sportler Iron Mike.
Die Hauptrolle übernahm der ja kampfsporterprobte Michael Jai White, der nicht nur bereits die notwendige Physis mitbringt, sondern der auch entsprechend aufs Äußere getrimmt wurde, eine gute Wahl jedenfalls. Soweit ich das durch eine kurze Recherche beurteilen kann, wird hier auch wirklich dokumentarisch sauber gearbeitet und kein unnötiges Drama mit eingeflochten. Man kann aber dennoch sagen, das es die Macher eher gut mit Mike gemeint haben. Weder wird auf sein berühmtes Ohr-abkauen im Ring eingegangen (zeitlich endet der Film auch früher), noch die Schuldfrage beantwortet bezüglich der Vergewaltigung, die ihm sechs Jahre Gefängnisstrafe einbrachten, beantwortet.
Routiniert wird aber das Leben geschildert und zumindest klargemacht, das das Ringmonster auch seine verletzlichen Seiten hat und dem das Leben auch teilweise übel mitspielte. Zwar war er als Kind auch schon zigfach verhaftet worden und kam zum Boxen quasi nur über dem Umweg der Sozialtherapie, aber auch zahlreiche Schicksalsschläge mußten erlitten werden. So starb erst seine Mutter, dann sein väterliche Mentor und auch sein Agent starben recht kurz hintereinander, dazu noch eine Ehefrau, die ihn nach Strich und Faden betrog, bis hin zu einer angetäuschten Schwangerschaft, aber auch den zarten Menschen, der sich liebevoll um seinen Taubenschlag kümmert.
Das war schon alles recht interessant anzuschauen zumal es sich ja eben um eine nicht gerade in Geld schwimmende Fernsehproduktion handelte. Es hat zwar nicht die große Klasse eines Ali beispielsweise, aber wer am Sport oder an der Person Interesse hat, dem sei diese Doku auf jeden Fall empfohlen.
6/10

Details
Ähnliche Filme