Michael Bays Regiedebüt "Bad Boys" ist neben "The Rock" auch gleichzeitig sein bester Film. Man drückt nicht auf die Tränendrüse, kein triefender Patriotismus, einfach pures Old School Actionkino. Mit Don Simpson und Jerry Bruckheimer hatte Bay guten Rückhalt, erstaunlicherweise verschlang der fast zweistündige Film gerade mal 23 Millionen Dollar. Das deutlich schwächere Sequel verschlang mehr als dreimal soviel. Das verhältnismäßig geringe Budget sieht man diesem Kracher zu keiner Zeit an. Eine Hochglanzoptik vom Feinsten, viele Sachschäden und die brillante musikalische Untermalung von Mark Mancina. Der serviert uns einen bunt zusammengewürfelten Score, bestehend aus rein instrumentaler Musik, Hip Hop, Reggae und sogar Rock. Immer stimmig, stets gut klingend, einfach meisterlich.
Der Gangster Fouchet (Tchéky Karyo) hat mit seiner Bande Heroin im Wert von 100 Millionen Dollar geraubt. Ganz klar, dass Captain Howard (Joe Pantoliano) ausser sich ist. Die beiden Drogenfahnder Marcus Burnett (Martin Lawrence) und Mike Lowrey (Will Smith) werden mit dem Fall betraut. Fouchet hat derweil einen seiner Kumpanen ermordet, was die hübsche Julie Mott (Téa Leoni) mitangesehen hat. Marcus kann die Zeugin aufspüren, mit ihr wollen sie Fouchet das Handwerk legen. Doch der gewiefte Gangster kidnappt Julie, doch er hat nicht mit der Feuerkraft des Duos Burnett / Lowrey gerechnet.
Gerade weil "Bad Boys" im Stile von "Lethal Weapon" aufgebaut ist, gefällt er so gut. Ettliche Plagiate überschwemmten den Markt, doch kaum ein Buddymovie funktioniert so gut. Wir haben hier zwei grundverschiedene Charaktere, einmal Marcus Burnett. Er ist eher zurückhaltend, hat eine Frau (Theresa Randle) und drei Kinder und lebt in einem Haus. Mike hat viel Geld von seiner Familie geerbt, hat eine schicke Wohnung und fährt einen 911er Porsche. Schon seit der Kindheit sind Mike und Marcus beste Freunde, seit sechs Jahren arbeiten sie zusammen bei der Drogenfahndung. Trotzdem streitet man sich ausgiebig und die fetzigen Dialoge machen wirklich Spass. Viele Lacher sind drin und das Gekeife geht einem nie auf die Nerven, so wie das in "Bad Boys 2" der Fall ist. Auch haben wir hier noch keinen Martin Lawrence der vor jeder Situation den Schwanz einzieht und gnadenlos overactet. Hier geben Will Smith und Lawrence eine tolle Show und strapazieren die Lachmuskeln der Zuschauer. Aber auch sonst kann Bay eine tolle Besetzung bieten. Tchéky Karyo ist als Fiesling eine sichere Bank. Téa Leoni als nervige Zeugin und Theresa Randle als schimpfende Ehefrau machen auch einen tollen Job. Wäre da noch Joe Pantoliano als überdrehter Captain Howard und Marg Helgenberger als Alison Sinclair von der Inneren Abteilung.
Der Plot gewinnt natürlich keine Blumentöpfe. Es gilt die Zeugin zu schützen und Fouchet zu schnappen. Dabei versucht man nicht nur viele Actionsequenzen einzubauen, sondern auch auf das Privatleben der beiden Cops einzugehen. Zudem müssen Beide kurzfristig die Rollen tauschen, was zu weiteren Brüllern führt. An Action hat "Bad Boys" einige Shootouts, kleine Keilereien, zwei Verfolgungsjagden und jede Menge Sachschäden zu bieten. Die Explosionen sind vom Feinsten und alle handmade. Bay lässt es ganz schön krachen und verzichtet auch nicht auf suppende Einschüsse. Wirklich verwunderlich, was Bay aus diesem Budget herauskitzeln konnte.
Witzige Buddyaction vor Miami´s sonniger Kulisse, untermalt von einem tollen Score. "Bad Boys" ist rundum gelungen und dürfte neben "Lethal Weapon" das beste Buddymovie sein. Super Darsteller, explosive Action und jede Menge Wortwitz, was will man mehr.