"*Nicht nervös werden. Wir sind Neger!*"
Zwischen zwei erfolgreichen TV-Krimiserien - *Miami Vice* und *CSI: Miami* - die Fernsehgeschichte schrieben, bildete das sonnendurchflutete Miami 1995 die perfekte Kulisse für ein hochglanzpoliertes Hip-Hop-Buddie-Movie ganz in der Tradition von *Lethal Weapon*.
Die Gegensätze des Cop-Duos zeichneten sich hier allerdings nicht durch die Hautfarbe, sondern vielmehr durch die unterschiedlichen Charaktere aus:
auf der einen Seite Mike Lowrey (Will Smith) - extrem cool und sexy, ein Ordnungsfanatiker und Frauenheld, durch ein Treuhandvermögen finanziell abgesichert, was ihm auf der anderen Seite von seinem Partner Marcus Burnett (Martin Lawrence) immer wieder Kritik einbringt, den Cop nur zu spielen. Burnett ist dreifacher Familienvater, chaotisch, cholerisch und mit seinem Sexleben überhaupt nicht zufrieden.
Doch was beide gemeinsam haben ist, dass sie immer füreinander einstehen, den Finger stets am Abzug haben und sich verbissen in ihre Fälle hineinknien.
Und so gilt es, einen brutalen und skrupellosen Gangster auszuschalten, der mit seiner Bande in die Asservatenkammer des Miami Policedepartment eingebrochen und konfiszierte Drogen im Wert von 100 Millionen Dollar gestohlen hatte.
Den beiden Cops bleiben 72 Stunden Zeit den Fall aufzuklären, ansonsten wird ihr Department von der Innenrevision dicht gemacht. Bei seinem Vorhaben, die Drogen zu strecken und zum dreifachen Wert zu verkaufen, geht Anführer Fouchet (Tcheky Karyo) über Leichen und schaltet einen unliebsamen Mitwisser nach dem anderen aus. Doch es gibt eine Augenzeugin (Tea Leoni und ihre Hunde Luke und Duke), die es gilt, vor Fouchet und seinen Schergen zu beschützen. Auftakt für ein humoriges, actiongeladenes Verwirrspiel...
"Bad Boys" kommt ohne Umschweife nach kurzer Einleitung schnell zur Sache, steigt direkt ins Geschehen ein und setzt auch nach seinem rasanten Einstieg weiterhin auf Tempo.
Regisseur Michael Bay peitscht seine Handlung unerbittlich voran, jagt seine "Bad Boys" von eine brenzlige Situation in die nächste und sorgt dafür, dass weder Lawrence/Smith noch der Zuschauer eine Atempause bekommen.
Eine Actionszene folgt auf die andere - Feuergefechte mit blutigen Shoot Outs, Verfolgungsjagden, knallharte Fights - alles rasant geschnitten und perfekt choreographiert und mit einem dynamischen Score von Mark Mancina untermalt, der das Tempo der Story mit fetzigen Beats zum Ausdruck bringt.
In den ruhigen Momenten sorgen schlagfertiger Wortwitz und coole Sprüche dafür, dass der Blutdruck des Zuschauers wieder zur Ruhe kommt. Nicht jeder Gag ist ein Volltreffer, teilweise geht es sehr zotig und klamaukig zur Sache - doch insgesamt ist es für eine Actionkomödie diesen Kalibers eine ausgewogene Mischung mit einigen wirklich gelungenen und pointierten Lachern.
"Bad Boys" ist schrilles und lautes Popcorn-Entertainment pur und pfeift auf *Political Correctness*. Regisseur Michael Bay überzeugt mit einem temporeichen Inszenierungsstil mit rasanten Schnitten, coolen Zeitlupen-Sequenzen und ausgereifter Kameraarbeit. Die Story ist überschaubar, logisch aufeinander aufgebaut und punktet mit vielen witzigen Zitaten und Anspielungen auf Kinohits und TV-Serien wie "*Passagier 57*" und einem charismatischen Bösewicht.
Absoluter Höhepunkt ist das 20-minütige hochdramatische High-Speed-Finale, in dem Michael Bay noch einmal für nonstop Action sorgt und eine komplette Flugzeug-Halle in einem riesigen Feuerball in Schutt und Asche legt.
Ein Highlight des modernen Actionkinos, bei dem jeder Action-Junkie voll auf seine Kosten kommt.
7,75/10