Ich habe mich schon seinerzeit, als der Film erschien, nach einigen Trailern und Filmbesprechungen entschlossen, diesen Film nicht anzusehen. Neulich, während eines beruflichen Seminars, war ich "gezwungen" ihn anzuschauen.
Bevor ich jetzt den ganzen Film zerreiße, noch einige positive Anmerkungen: Die Story ist wirklich gut, die Musik war ebenfalls passend. Das war es auch schon.
Es ist mir absolut schleierhaft, wie dieser Film gute Kritiken ernten konnte. Er ist handwerklich einfach schlecht gemacht.
Meinen ersten Nervenzusammenbruch mußte ich durchleben, als Frau Potente (im Übrigen finde ich ihren Hintern nicht zu dick aber das ist wohl Geschmackssache) anfängt zu schreien a la Oscar Mazerath. Wie abgrundtief peinlich! Ich dachte mir, naja, diesen "Gag" wird Tykwer ja nicht nochmal einbauen...falsch gedacht! Er wird nicht nur nochmal eingebaut, nein, er wird auch noch bis aufs äußerste überzogen!
Spätestens jetzt hätte ich in einem Kino meinen Cola-Becher in Richtung Leinwand geworfen!
Wenn das eine Perle deutscher Filmkunst ist, bestärkt mich das mal wieder in meiner Ansicht, daß die letzten guten deutschen Filme zu einer Zeit gedreht wurden, als Heinz Rühmann und Hans Albers noch Hauptrollen spielten.
Daß die eigentlich gute Story jede Menge Logiklücken aufweist sei nur am Rande erwähnt, weil es eigentlich bei einem derart schlechten Film keine Rolle mehr spielt.
Von den im Film erwähnten Nebenhandlungen bleibt alles im Dunkeln, ich habe den Eindruck bekommen, der Drehbuchautor hatte irgendwann keine Lust mehr und hat nur ein Fragment abgegeben.
Ich möchte dennoch betonen, daß die Darsteller hier keine Schuld trifft, unter den gegebenen Umständen haben sie getan was sie konnten, helfen konnte das natürlich auch nicht.
Mein Fazit: Wenn ich die Wahl hätte, mir "Lola rennt" oder eine Aufzeichnung des "internationalen Frühschoppens mit Werner Höfer" aus dem Jahre 1972 angucken zu müssen, wüßte ich was ich täte.