Steve Carell spielt einen Agenten, der erst kürzlich von seinem Chef, gespielt von Alan Arkin, befördert wurde und direkt einen großen Auftrag erhält. Er soll eine Bande unschädlich machen, die die Identitäten verdeckter Agenten der Behörde aufdeckt, wofür ihm eine Partnerin, gespielt von Anne Hathaway, zur Seite gestellt wird. Der tollpatische Agent, der sich zudem anfangs nicht sonderlich gut mit seiner Partnerin versteht, hat bereits früh mit Schwierigkeiten zu kämpfen.
Mit "Die Wutprobe", "Spiel ohne Regeln" und "50 erste Dates" lieferte Peter Segal zuletzt drei überaus gelungene Komödien ab, nachdem er mit "Familie Klumps und der verrückte Professor" maßlos enttäuscht hatte. Mit "Get Smart" widmete er sich nun, nachdem er bereits "Die Nackte Kanone 33 1/3" verfilmt hatte erneut einer Agentenparodie. Und Segal spielt seine Erfahrung gekonnt aus, womit er erneut überdurchschnittliche Unterhaltung bietet, auch ohne neue Ideen ins Genre bringen zu können.
Die Gags zünden zum Großteil und sind zudem gut getimt. Enorm wohltuend ist dabei zudem, dass Segal keinen vollkommen übertriebenen Klamauk einsetzt, wie ihn die meisten, in aller Regel vollkommen missglückten Parodien der letzten Jahre hatten, und sich auf Situationskomik und ein kleines bisschen Slapstick verlässt. Hänger hat der Film dabei kaum, weil Segal auch bei der Dosierung gute Arbeit leistet, auch wenn ein paar amüsante Einlagen mehr dem Film auch nicht geschadet hätten. Neben dem, verglichen mit den derben Fäkal-Gags aus anderen Filmen des Genres, noch überaus charmanten Humor sind es auch die Action-Szenen, die einen ordentlichen Unterhaltungswert garantieren. So gelingt Segal vor allem das Finale mit seinen, relativ gut und teilweise aufwendig inszenierten Verfolgungsjagden. Da er auch narrativ versierte Arbeit leistet und mit einem zügigen Erzähltempo Längen vermeidet und es sowohl optisch, als auch akustisch ansonsten keinerlei Gründe zur Beschwerde gibt, überzeugt "Get Smart" als gelungenes Unterhaltungskino.
Die Story ist nicht allzu gut gelungen. So ist der eigentliche Plot, um den unter Anderem noch die vollkommen kalkulierbare Lovestory Carell/Hathaway gestrickt ist, nicht sonderlich wendungsreich und erweckt den Eindruck eines lieblos dahinkonstruierten Vehikels für Action und Humor, so hätten sich die Macher wenigstens ein etwas innovativeres, nicht ganz so leicht vorherzusehendes Ende einfallen lassen können. Zudem finden sich leider keinerlei Seitenhiebe auf Kultfilme des Agenten-Genres. Hier verschenkt der Film leider viel Potential.
Steve Carell, der vor allem in "Jungfrau (40), männlich, sucht", "Little Miss Sunshine" und "Evan allmächtig" sein komödiantisches Talent unter Beweis stellen konnte, serviert sämtliche Gags vorbildlich, ohne übertriebenes Grimassenschneiden, meist beiläufig, in Ansätzen britisch und trägt damit einen großen Teil zum Gelingen des Films bei. Anne Hathaway steht Carell dabei gut zur Seite und passt mit ihrer sympathischen Art zudem hervorragend in ihre Rolle. Alan Arkin, der den kernigen Chef des Agenten mimt, spielt seinen Part enorm trocken und kantig und ist damit gerade deshalb so lustig, weil er erst gar nicht versucht lustig zu sein. Mit ein paar coolen One-Linern lässt er zudem einige Gags vom Stapel und hinterlässt im Gegensatz zu Dwayne "the Rock" Johnson, der gewohnt hölzern und unbeholfen spielt, einen hervorragenden Eindruck.
Fazit:
Mit seinem spielfreudigen Cast, in dem vor allem Steve Carell und Alan Arkin mit starken Darstellungen überzeugen, sowie der routinierten Inszenierung von Peter Segal, der hier eine überzeugende Mischung aus sehenswerten Action-Szenen und Gags, die weder fäkalhaltig, noch klamauklastig geworden sind, unterhält "Get Smart" durchgehend und ist damit definitiv eine der besseren Parodien, die man in der letzten Zeit zu sehen bekommen hat. Potential wird vor allem bei der schwachen Story verschenkt, die ruhig ein paar Wendungen mehr hätte haben können.
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