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Die Marsianer landen auf der Erde und beginnen trotz des freundlichen Empfangs, den ihnen der Präsident der Vereinigten Staaten, gespielt von Jack Nicholson, bereitet, Chaos und Anarchie zu verbreiten, eine Invasion zu beginnen und die wichtigsten diplomatischen Vertreter der Menschheit systematisch auszuschalten, während die Befreiungsversuche seitens der Menschen kläglich scheitern.

Tim Burton ist der skurrilste Krauskopf, den Hollywood seit Jahren zu bieten hat, einer der größten Exzentriker unter den Regisseuren und gerade dafür wird er von seinen größten Anhängern nahezu vergöttert, unter Anderem, da in seinen bizarren Filmen gern mehr gesehen wird, gern mehr hineininterpretiert wird, als im Endeffekt eigentlich vorhanden ist. Und auch "Mars Attacks!" wurde von einigen Kritikern gefeiert, teilweise als hintergründige Persiflage, bzw. Parodie auf ein ganzes Genre, als Tom Burtons Antwort auf "Independence Day" rezensiert. Aber auch dieser Film ist damit schlicht und einfach überbewertet, denn mehr als halbwegs unterhaltsamer Trash ist Burtons Film definitiv nicht.

Eine Schwäche des Films ist die Story. Dass diese vollkommen flach ist und wohl kaum eine wirklich hintergründige Genre-Parodie darstellt, ist dabei nicht einmal das Hauptproblem, das liegt eher darin, dass sich Burton in seinem skurrilen Handlungskonstrukt verirrt, da einfach zu viele Subplots und Nebenfiguren eingebaut werden, um vielleicht noch ein paar namenhafte Darsteller mehr in den Film integrieren zu können. Damit ist der Film enorm konfus, läuft auf kein erkennbares Ziel hinaus, ist wirr konstruiert und entwickelt damit weder Spannung, noch Dramatik. Amüsant ist die Handlung leider ebenfalls kaum, da Burton lieber auf Trash und Klamauk setzt, um zu unterhalten, statt ein paar wirklich lustige Wendungen einzubauen.

Inszenatorisch gibt es kaum Überraschungen zu vermelden. Auch dieser Burton-Film ist von Anfang bis Ende enorm skurril, was seinen Fans wohl einmal mehr gefallen wird, mir persönlich jedoch einmal mehr nicht zugesagt hat. Die Farbgebung ist schrill, die Gags sind oftmals albern, die Effekte sind trashig und allein das Aussehen der Aliens, das schon auf eine von Burtons Freak-Shows schließen lässt, zeigt, dass sich Burton erneut an seinen bizarren Einfällen und Skurrilitäten ausgetobt hat.

Immerhin ist der Trash, der teilweise sehr dreist und makaber gerät, durchaus unterhaltsam und stellenweise amüsant, weswegen "Mars Attacks!" wenigstens kaum langweilt. Die Albernheiten, die Burton verwendet, die teilweise an B-Movies und Trashfilme aus den 60ern erinnern, sind mitunter sogar ein wenig nostalgisch und charmant, wobei vor allem die billigen Computerspiel-Effekte ihren Teil zu diesem Eindruck beitragen.

Schade ist es um den guten und enorm prominent besetzten Cast, dass Burton nicht mehr aus dem Film herausgeholt hat, denn dieser hätte Potential zu viel mehr gehabt. Da wären unter Anderem Jack Nicholson, der sich hier gewohnt stark in der Rolle des US-Präsidenten präsentiert, Charakterdarstellerin Glenn Close, die jedoch in ihrer potentiallosen Nebenrolle mehr oder weniger verheizt wird, was auch für Anette Bening gilt, Pierce Brosnan, der, wie viele der Beteiligten, Eigenironie zeigt und damit ebenfalls den einen oder anderen Lacher verbucht, die erfahrenen Komödien-Darsteller Michael J. Fox, Jack Black und Danny DeVito, sowie Pam Grier, Natalie Portman, Sarah Jessica Parker und andere Hollywood-Stars, an denen es darstellerisch nicht viel auszusetzen gibt, außer vielleicht, dass sie sich von Burton stellenweise zu allzu großen Albernheiten verleiten lassen.

Fazit:
Die Story ist vollkommen wirr und startet lieber konfuse Versuche, rund 20 Hauptcharaktere einzubringen, statt das Sci-fi-Genre hintergründig zu parodieren und daran scheitert "Mars Attacks" im Grund auch. Burtons Inszenierung, die mal wieder einfach zu schrill geraten ist, gestaltet den Film dennoch mit dem charmanten, amüsanten Trash, der serviert wird, weitestgehend unterhaltsam und auch der namenhaft besetzte Cast bewahrt den Film vorm Desaster. Im Grunde ist "Mars Attacks!" damit ein weiteres Beispiel dafür, dass Tim Burton definitiv überschätzt ist.

46%

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