Review

Spannender Polizeithriller mit Wesley Snipes, wie man ihn gerne sieht. Cool und energisch. Dazu noch Dwight H. Little, der uns das Actionspektakel Rapid Fire mit Brandon Lee lieferte, als Regisseur. Das verspricht doch einiges, oder.

Ja das tut es. Wollen wir also mal nachschauen, ob uns das geboten wird was, wir (ich ganz besonders) erwarten. Fangen wir mit der Story an. Im weissen Haus wurde eine Angestellte ermordet. Wesley Snipes ist als leitender Ermittler der Mordkommission mit dem Fall betraut. Doch leider muss er feststellen, dass der Secret Service nicht bereit ist, ihm zu helfen, ja sogar Beweise verschwinden lässt. Wie sich herausstellt, hatte der Sohn des Präsidenten mit der Frau eine Affäre. Doch mithilfe einer Secret Service Agentin, die den Fall ebenfalls aufklären will, kommt Snipes einer bösen Verschwörung auf die Spur, die bis in die höchsten Kreise der Regierung reicht. Was aber den Präsidentensohn nicht von der Liste der Verdächtigen streicht. Hatte er vielleicht doch was damit zu tun?

Na ja. Das werde ich natürlich nicht verraten, sonst wird mein Review nocht wegen irgendwelcher schwerwiegender Spoiler gekürzt. Und das will ich auf keinen Fall. Aber zurück zum Film. Die Story ist zwar nichts atemberaubendes, aber dennoch eine solide Verschwörungsgeschichte ohne irgendwelche bösen logischen Fehler. Quasi genau das, was man gewohnt ist von solchen Filmen. Und da man sich bis kurz vor Ende mit der Auflösung Zeit lässt, bleibt es auch bis dahin spannend. Gut ist auch, dass der Mörder nicht durch irgend einen total blöden Zufall (wie man es aus billigen Horrorfilmen kennt) entlarvt wird, sondern so wie es sein sollte: durch gründliche Ermittlungen. Das macht das Ganze auch glaubwürdiger, da man es auch irgendwie nachvollziehen kann. Denn in der Politik gehört es ja zum Tagesablauf, die Konkurrenz auszustechen. Das wird einem hier mal an einem sehr krassen, wenn auch eventuell möglichen Beispiel verdeutlicht.

Aber Handlung leifert ja noch keinen guten Film. Kommen wir nun zu den Schauspielern. Wesley Snipes ist natürlich mal wieder voll dabei. Die Rolle als Polizisten und damit als der Gute macht er ja immer sehr gut, so auch hier. Und das obwohl sein Charakter nicht allzu besonders ist. Ein typischer Good Cop eigentlich. Aber das ist ja nicht so schlimm, denn wenn einer seine Rolle gut spielt, dann ist es nicht so schlimm, wenn diese nicht allzu facettenreich ist. Diane Lane gibt sich auch grosse Mühe, aber leider muss ich sagen, ich konnt ihr die Secret Service Agentin, die obendrein noch eine super Scharfschützin sein soll, nicht so richtig abkaufen. Zumindest, als sie von ihrer Arbeitsuniform in ganz normale Klamotten schlüpft. Darin wirkt sie mehr wie eine nicht in den Film passende Kämpferin. Man hätte sie den ganzen Film in dem Secret Service Look lassen sollen, da kommt auch die Eitelkeit ihrer Rolle besser zum Ausdruck. Die anderen Schauspieler sind mir grösstenteils nicht bekannt, daher will ich diese auch nicht unnötig vergleichen. Gesagt sei aber, dass alle eine recht passable Performance bieten, also nicht nur starr dastehen, sondern auch Leben zeigen. Insgesamt also ein solider besetzter Film.

Mit Dwight H. Little als Regisseur geht man natürlich davon aus, dass es auch ein bisschen Action gibt. Und tatsächlich. Wesley Snipes darf sich auch hier wieder ein paar nette Schlägereien und Schiessereien mit den Bösewichten liefern. Obwohl man kein Actionspektakel erwarten sollte. Es gibt eigentlich nur zwei richtige Actionsequenzen, die dafür aber auch ganz nett sind. Obwohl sie nicht allzu lange dauern. Aber dass ist ja auch gut so. Denn der Film lebt mehr von der Suche nach den Verantwortlichen für den Mord, als von irgendwelchen Metzeleien. Daher hat man es bei der Action auch sehr sparsam gelassen.

Fazit: Spannend, wenn auch kein Meisterwerk. Trotzdem ein solider Thriller, der eigentlich vielen gefallen dürfte. Kann man sich auch ein zweites Mal anschauen. Ausserdem sind Thriller mit Wesley Snipes eigentlich immer gut, wenn auch nicht perfekt.
7/10

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