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Wenn es um die Erklärung paranormaler Erscheinungen geht, bemühen Drehbuchschreiber oftmals recht abstruse historische Schriften oder Artefakte mit religiösem Hintergrund.
Die Apokryphen, Teile die nicht in der Bibel enthalten sind, werden hier zu einem magischen Buch aus der ägyptischen Antike umfunktioniert, mit deren Hilfe man Tote wieder auferstehen lassen kann.
All das nur, um den Geist eines Killers umgehen zu lassen, - da wäre der einfallslosen Geschichte ein simpler Fluch angemessener gewesen.

Mit einem Slasher hat man es jedoch nicht zu tun, vielmehr handelt es sich um ein paar Geistererscheinungen, denen eine Gruppe Studenten nachgeht und rund um Hauptfigur Diella kleine Familiengeheimnisse aufgedeckt werden.

Wie die Heldin zu ihrem Trauma gelangt, wird direkt während der Einstiegssequenz illustriert, als ihr Vater versucht einen Killer im Haus abzuwehren und dabei ermordet wird. Während Diella entkommen kann, kämpft sie Jahre später noch mit Schuldgefühlen und steigert sich in das Projekt zu wissenschaftlichen Erklärungen für Geistererscheinungen rein.
Bei einem Überwachungsauftrag an einem Friedhof sieht sie für einen Moment die Gestalt jenes Killers und schon bald geraten sie und ihr Team in tödliche Gefahr bei der Überwachung eines vom Okkulten heimgesuchten Hauses.

Es ist kein gutes Anzeichen, während der kompletten Laufzeit auch nicht den Hauch von Gänsehaut zu verspüren und derweil ständig auf die Laufzeitanzeige des DVD-Players zu schielen. Zwischenzeitlich nimmt die Vergangenheitsbewältigung zwischen Diella und ihrem Bruder eine Menge Raum ein, doch Schauwerte bleiben fast durchgehend aus.
Ein wenig Atmosphäre entsteht bei den merkwürdigen Geräuschen auf dem Friedhof und auch die Maske des Killerdämons gegen Finale sieht brauchbar aus, doch drumherum kommt man kaum über einen sich von selbst bewegenden Schaukelstuhl, plötzlich geöffnete Türen und ein paar Reverse-Stimmen hinaus.

Überdeutlich dubios wird indes der leitende Professor eingeführt, der natürlich alle Fäden zieht, um sein dunkles Ziel zu verfolgen, was Hauptfigur Diella zu keiner Zeit spitz bekommt.
Demzufolge gerät ihr zweifelnder Bruder ein wenig in Gefahr, was zu 30 Sekunden Spannung führt und kurz darauf wieder zur vorherrschenden Öde verkommt.
Die Story um ein uneheliches Kind, einen Jahrestag und ein Beschwörungsritual auf dem Friedhof kann nun wirklich keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervorlocken und so dümpelt die Geschichte mit erzählerischer Ereignisarmut ohne Höhepunkte vor sich hin.

Den Darstellern ist dabei nicht viel anzukreiden, sie haben allerdings auch wenig zu tun und bekommen, vor allem im Randfigurenbereich, nicht mehr als Vornamen, denn Charakterisierungen aufgebrummt.
Rein handwerklich ist das okay, die Kamera arbeitet routiniert, der Score läuft so mit und die wenigen Splattereffekte gegen Ende sind auch brauchbar, doch die eigentliche Geschichte will halt nie aus dem Quark kommen.

Dabei gibt sich das Drehbuch letztlich auch keine Mühe mehr, etwaige Hintergründe zu erklären oder offene Fragen zu beantworten. Viele Aspekte werden allenfalls angedeutet, andere verlaufen nach Andeutungen schlicht im Sande, - das Ganze wirkt lieblos zusammengeschustert.

Einschläfernd erzählter Para-Thriller ohne jegliche Finesse, - die ganz wenigen lichten Momente sind die Zeit nicht wert.
3 von 10

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