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Ein Hochleistungssportler und seine Frau planen einen Urlaub in Afrika und bekommen einen Geheimtipp für ein bestimmtes Hotel. Die beiden werden bei einem Ausflug von brutalen Menschenhändlern überfallen, die menschliche Organe für Transplantationen benötigen. Die Frau, die entkommen kann, versucht nun ihren Mann zu befreien, bevor er getötet wird.

Basierend auf dem TV-Thriller Fleisch (1979) setzte Pro 7 diesen Streifen in Szene. Gerade in der heutigen Zeit, in der sich relativ sadistische Thriller wie "Saw", "Hostel" oder "The Hitcher" großer Beliebtheit erfreuen, sollte doch allein der Titel "Fleisch" schon einen hohen Quotenanteil garantieren, der mit 17,4% tatsächlich über der gesamten Konkurrenz lag. Man wollte endlich noch einmal einen wirklich verstörenden, deutschen Thriller ins Fernsehen bringen, aber leider scheitert der Film daran erbärmlich. Aber von vorne:

Die Grundidee um brutale Menschenhändler, die Menschen für ihre Organe ausschlachten ist nicht gerade neu, genau genommen ist sie etwa so alt, wie der Film selbst. Da der Film bereits die Nachverfilmung eines anderen ist, hätte man zumindest versuchen müssen, vom Original abzuweichen, aber an neuen Ideen lässt der Film leider vermissen. Die Story besteht viel mehr aus Pflichtelementen, die ein Thriller haben muss und spult wirklich nur dieses Pflichtprogramm ab. Damit ist der Film natürlich enorm stereotyp, tendenziell und vorhersehbar und infolge dessen natürlich langweilig. Dass die Charaktere überhaupt keine Tiefe haben und, dass sich der Film allgemein auf flachster Ebene bewegt, versteht sich von selbst. Ein weiteres Problem sind die schwachen Dialoge.

Der Unterhaltungswert ist alles in allem solide. Der Film läuft schnell an und kann früh zünden. Der Mittelteil ist zwar mit vorhersehbaren Wendungen gespickt, wird aber dennoch nicht langweilig. Das Finale ist ebenfalls unterhaltsam, aber hier verspielt der Film die letzten Chancen, noch einmal richtig Spannung aufzubauen und wenigstens im Ansatz zu halten, was der Titel und die Trailer versprechen. Dass der Film von Anfang bis Ende unterhält ist in Anbetracht der Spieldauer von gerade einmal 90 Minuten zugegebenermaßen alles andere als ein Kunststück. Wer jedoch kurzweilige Unterhaltung will, ist mit diesem Streifen gut bedient.

Die Filmmusik ist solide gemacht, zumal man von einer deutschen TV-Produktion, deren Budget nicht sonderlich groß gewesen sein kann, nicht sonderlich viel erwarten darf. Die Kulisse von Afrika hätte man besser einfangen können, hier verspielt der Film einiges. Obwohl der Titel eigentlich Blut und Gedärme verspricht und jeder 2. Zuschauer sich dies vermutlich auch erhofft hat, ist der Film enorm harmlos und könnte ohne weiteres eine Altersfreigabe ab 6 erhalten.

Gerade weil kein Blut fließt und "Fleisch" bei weitem nicht so sadistisch geworden ist, wie es hätte sein können, baut der Film kaum Spannung auf. Um die ständige Angst und die Verfolgung durch menschenschlachtende Organräuber hätte man hier eine wirklich grausame und angstvolle Atmosphäre gestalten können. Doch dies misslingt vollends. Vor allem hier verspielt der Film die letzten Chancen, die das Drehbuch bietet. Die Atmosphäre ist nicht sonderlich beunruhigend, manchmal ein wenig gespannt, aber nicht angsterfüllt.

Theresa Scholze, die bisher kaum in Erscheinung treten konnte und hauptsächlich in diversen Serien und Fernsehproduktionen zu sehen war, spielt ihre Hauptrolle eher mittelmäßig. Dass man bei dem geringen Budget kaum auf erfahrene und bekannte Darsteller zurückgreifen konnte, ist klar und in Anbetracht dessen ist ihre Leistung zumutbar. Stellenweise leistet sie sich ein paar Aussetzer und spielt sehr unglaubwürdig, aber an anderen Stellen geht es dann wieder. Die übrigen Darsteller bewegen sich größtenteils im Mittelmaß, wobei auch einige katastrophale Fehlbesetzungen zum Cast gehören.

Fazit:
Verglichen mit dem Original ist dieser Streifen eine Katastrophe. Man hat sich wirklich nichts neues einfallen lassen und lediglich das Pflichtprogramm eines durchschnittlichen Thrillers lieblos abgespult. Die Darsteller, die Umsetzung, die Musik, einfach alles ist im unteren Mittelmaß einzuordnen, wobei ich nicht glaube, dass bei diesem Budget mehr drin gewesen wäre. Die Story ist vorhersehbar und flach. Immerhin ist der Film unterhaltsam und bietet kurzweilige Unterhaltung. Was mich persönlich aber am meisten stört, ist, dass man in den Trailern und allein schon mit dem Titel "Fleisch" einige Erwartungen weckte, von denen man nicht eine einzige erfüllen konnte. Schade, dass Pro 7 mit diesem Schund auch noch gute Quoten erzielen konnte.

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