Review

Genau wie seinerzeit bei "Mississippi Delta" ging ich mit sehr hohen Erwartungen an diesen Film. Schließlich wurde er als "von den Machern von 'No Country for Old Men' angepriesen, der zweifelsohne einem Meisterwerk gleichkommt. Dieser Titel ist im Falle von "In the Electric Mist" nicht angebracht, leider.

Ich wurde auf ganzer Linie enttäuscht.

Tommy Lee Jones spielt den Cop und Ex-Alki wie im Autopilot und wirkt stellenweise eher gelangweilt, was vielleicht auch mit der Charakterzeichnung zusammenhängen mag, mir aber nicht gefallen hat. Der restliche Cast, immerhin hochkarätig besetzt, macht seine Sache auch nicht viel besser: John Goodman scheint mittlerweile auf diese Art von Rolle festgenagelt zu sein (was ich aufgrund seines Talents sehr schade finde), Ned Beatty ist kaum mal zu sehen und Mary Steenburgen bleibt ebenfalls farblos und uninteressant. Einen solchen Cast derart zu verheizen kommt schon Blasphemie gleich, wie ich finde.

Zugegeben, der Soundtrack vermittelt eine gewisse Spannung und das träge schwüle Südstaaten-Flair ist sehr gut gelungen. Die ruhige Inszenierung und das Fehlen der Wackelkamera sind äußerst angenehm, aber spätestens jetzt zeigt sich der größte Schwachpunkt des Films: das Drehbuch.

Es werden 180 Handlungsstränge begonnen, angeschnitten und angedeutet aber kein einziger wirklich beendet oder gar mit anderen verknüpft. Das Ganze wirkt viel eher wie eine Ansammlung guter Ideen, die dann niemand in Verbindung zueinander setzen konnte.

Wäre da nicht der Name "Tommy Lee Jones" und das dazugehörige wettergegerbte Gesicht, würde ich diesen Film sofort als langweiligen Durchschnitts-Thriller in die B-Ecke verfrachten.

Von mir gibt's nur 3/10. Nicht empfehlenswert!

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