Review

Ein gewisses Maß an Eigenständigkeit setzt man natürlich voraus, wenn zum gefühlten 500. Mal ein altes Hotel verflucht ist und ein leidender und gleichermaßen rachsüchtiger Geist dort drin sein Unwesen treibt.
Doch dieses Regiedebüt ist an Einfallslosigkeit kaum zu unterbieten, - es wirkt wie ein zusammen gewürfeltes Sammelsurium aus hinlänglich bekannten Versatzstücken längst vergangener Zeit.

Die Studenten um Julie wollen das seit Jahren leerstehende Hotel in Goldfield unter die Lupe nehmen, da hier der Geist einer rastlosen Mutter und betrogenen Geliebten umgehen soll.
Tatsächlich nimmt der Detektor paranormale Schwingungen wahr und auf dem mitgefilmten Material erscheint die Gestalt von Elizabeth, die nachfolgend etwas vehementer auftritt.
Julie ahnt, dass sie ganz nah mit der Vergangenheit des Hotels und seinen Vorkommnissen in Verbindung steht…

Zwar dauert der Verlauf mit kaputtem Auto, Kurzbesuch auf dem Friedhof und Unterhaltung mit dem skurrilen Barkeeper nicht allzu lange, doch Figurenzeichnungen kommen dabei nicht zustande. Julie ist die Sensible mit kleinen Visionen, dazu gibt es einen Netten, eine Bitch, einen Poser und einen Kameramann, wobei es sich bei den Bildern ausnahmsweise nicht um die einer Handkamera handelt.

Immerhin ist der Schauplatz des alten Hotels einigermaßen treffend in Szene gesetzt, die magere Ausleuchtung und ein paar Kameraperspektiven können sich gar sehen lassen, aber den Rest kann man getrost als Schlafmittel beimischen.
Mal hier ein Gang in den Keller, dann ein Betreten des ominösen Zimmers 109, wieder ein huschender Schatten oder eine Frauengestalt in der Ferne und in regelmäßigen Abständen eine flüsternde Frauenstimme, die nach ihrem Baby verlangt. Peinlich nur, das jenes Flüstern bereits anfängt, bevor die fünf überhaupt im Hotel sind.

Nachfolgend geschieht schlicht zu wenig, um erhöhte Aufmerksamkeit zu erhaschen.
Zwei ziehen sich an die Bar zurück und werden kurz darauf intim, in eine fährt offensichtlich der Geist der Ruhelosen, ein Medaillon weist auf den Zusammenhang mit der Vergangenheit hin und dazwischen erläutern Flashbacks puzzleartig, was sich vor Jahrzehnten im Hotel abgespielt hat.
Diese Szenen, in Sepia und Weichzeichner gehalten, erklären zwar die Beziehungen zwischen vier Personen zu jener Zeit, doch spannend geraten diese genauso wenig, wie darauf folgender Spuk, der minimale Gewaltszenen einbindet. Dabei spritzt das Blut, als hätte man soeben ein Bierfass angeschlagen, doch die dazugehörigen Wunden sind kaum der Rede wert.

Nach einer Stunde geht es zwar ein wenig temporeicher zu, da Kollegen gesucht werden und der Geist fordernder zuwerke geht, doch selbst der Showdown gerät zahm, komplett vorhersehbar und ohne Finesse.
Der Stoff bleibt bis zum Schluss uninspiriert und beliebig.

Zum schwachen Niveau gesellen sich auch die Darsteller, von denen allenfalls Marnette Patterson als Julie in Ansätzen überzeugen kann, während die Übrigen wohl nicht so schnell in besser bezahlten Produktionen anzutreffen sein werden.
Selbst der Score schafft kaum Abwechslung, sondern mäandert lahm und einfallslos im Hintergrund.

Hintergrund ist auch ein Stichwort, denn dort schadet der Streifen am wenigsten.
Ansonsten bietet dieser Spukhaus/Rachegeist-Film nichts weiter als satt gesehen Motive und Ideen, müde und ideenlos ausgearbeitet und gerade noch so passabel in Szene gesetzt.
Wäre vor rund sechzig Jahren vielleicht ein Knaller gewesen, doch alles was danach in irgendeinem Gruselfilm aufgegriffen wurde, kaut dieser Beitrag ohne eigene Handschrift müde durch.
Selbst eingefleischte Genrefans können ihn getrost auslassen.
2,5 von 10

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