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"A Study in Scarlet" basiert auf der gleichnamigen Sherlock Holmes-Novelle von Sir Arthur Conan Doyle. Aufgrund des damals in den Staaten noch sehr kontroversen Themas der Polygamie, das der Novelle zugrunde liegt, wurde die Geschichte für die Verfilmung jedoch komplett umgeschrieben, so dass die Beiden nunmehr gerade mal den Titel miteinander gemein haben. Ein weiterer Bewegunggrund mag darin gelegen haben, dass der Meisterdetektiv in der Vorlage nur einen sehr kleinen Part inne hatte, den man so versuchte auszubauen.

Die Filmversion handelt nun von einer exklusiven Vereinigung, deren exentrische und hoch ambitionierte Mitglieder sich "The Scarlet Ring" nennen. Nach dem den Tod eines der Angehörigen wird dessen Besitz unter den verbleibenden Mitgliedern aufgeteilt. Als in kurzer Folge weitere Personen aus dem "Scarlet Ring" unter seltsamen Umständen ums Leben kommen, wird Sherlock Holmes eingeschaltet, der das Mysterium klären soll...

Obwohl der Film mit der Vorlage nichts mehr gemein hat, ist dennoch ein wunderbar atmosphärischer und toll konstruierter Krimi herausgekommen, der einige Verweise auf andere Geschichten um den berühmtesten Detektiv der Geschichte bereithält. Auch versteht es der Film geschickt, die Identität des Mörders bis zum Ende geheimzuhalten, indem er z.B. mit Point-of-View-Einstellungen des Mörders arbeitet. Den größtenteils britischen Schauspielern nimmt man ihre Rolle ohne Umschweife ab und auch Reginald Owen ist als Sherlock Holmes glaubhaft.

Das einzige (dafür aber auch umso schwerwiegenderes) Manko ist, dass man dem Film zwischendurch durchaus anmerkt, dass die kurze (und letztlich doch umgeschriebene) Vorlage auf Spielfilmlänge aufgeblasen wurde.

Alles in allem ist "A Study in Scarlet" aber ein  klassisches Krimivergnügen, an dem insbesondere Sherlock Holmes-Fans ihren Spaß finden werden.

PS: Der Film ist mittlerweile Public Domain und darf legal von archive.org heruntergeladen werden (s. entsprechender Link).

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