"Ace Ventura" galt als Start-Schuss der Karriere eines Mannes, der sich unter den Hollywood-Komikern etablieren konnte, wie kaum ein anderer: Jim Carrey. Seine Gesichtsakrobatik und die hyperaktive Kontrolle seines Körpers, setzte ihn, auf der Top 10-Liste der amerikanischen Filmkomiker von heute, schnell auf Platz 1. Mittlerweile hat Carrey aber auch schon des öfteren bewiesen, dass er nicht nur Komik kann, sondern auch prima als Charakter-Darsteller funktioniert. Doch seine Komödien bringen ihm und seinen Produzenten immer noch das meiste Geld ein. So auch "Ace Ventura - Jetzt wirds wild", das Sequel zu seinem Karrierekick. Vielerorts als der Bessere der beiden Ventura-Filme bezeichnet, hat es bei mir bis heute gedauert, bis ich diesen wilden Streifen endlich zu Gesicht bekommen habe. Und vielleicht waren dadurch meine Erwartungen auch etwas zu hoch. Denn dem allgemeinen Chor "Ace 2 ist besser" kann ich mich, trotz mächtig guter Unterhaltung, nicht ganz anschließen.
Aber erst einmal zu den guten bzw. sogar (im Vergleich zum Vorgänger) wirklich besseren Dingen in "Ace Ventura 2"! Da wäre zum einen die Story, die diesesmal nicht mehr so dünn wirkt, wie bei Teil 1, sondern durchaus etwas zu bieten hat. Ventura, den es, nach einem dramatischen Zwischenfall mit einem Waschbären, in den fernen Osten verschlagen hat, wird zu einem Fall nach Afrika beordert. Er soll eine weise Fledermaus ausfindig machen, die einem afrikanischem Stamm gestohlen wurde. Doch Ace wäre nicht Ace, wenn dabei nicht das pure Chaos herrschen würde. Zugegeben auch diese Story ist nicht gerade der große Wurf. Zudem sind Logiklöcher nicht gerade selten und manch hanebüchene Idee steckt auch mit drin. Doch wenn man sich dazu das eher lausige Skript von Teil eins anschaut, ist es doch spürbar, dass man die Umgebung von Ace etwas aufwändiger gestalten wollte und nicht nur als Aufhänger gelten lies. Und das ist auf alle Fälle lobenswert.
Und auch in Sachen Inszenierung wurde sich mächtig ins Zeug gelegt. Die Locations gefallen, die afrikanische Wildnis verbirgt eine wunderbare Atmosphäre und ist eine Pracht für das hiesige Auge. Dazu gibt es eine wunderbare Musikausstattung, darunter natürlich auch der All-Time-Favorit "The Lion sleeps tonight"! Alles wunderbar detailverliebt und mit viel Mühe erstellt, so wie man es sich, bei einem Comedy-Blockbuster, erwarten darf.
Doch das Wichtigste an einer Comedy sind nun mal die Gags und davon gibt es auch hier mehr als nur genug. Ja unter mindestens 1 Gag pro Sekunde kommt dieser Film nicht aus und meistens funktionieren die Jokes auch wirklich prächtig. Jim Carrey ist einfach absolut fabelhaft, in allem was er tut. Egal ob es nun sein Grimassenspiel ist, seine Körperbewegung oder einfach nur seine herrliche Art, jeden auch noch so absurden Witz, aufs trefflichste herüberzubringen. Wie schon im Vorgänger, kann sich Carrey hier aufs beste austoben. Absolut Höhepunkte bilden dabei vor allem die Parodien (z. Bsp. auf Filme wie "Cliffhanger") und die Szene, in der Ace sich aus einem künstlichen Nashorn-Gefährt befreit und dabei von Passanten beobachtet wird, die denken, dass sie bei einer Nashorn-Geburt dabei sind. Hier habe ich mich wirklich nicht mehr halten können vor lachen. So einen brillant bescheuerten Gag, habe ich meinen Lebtag noch nicht (oder nur sehr selten) gesehen. Klasse!
Doch trotz der brillanten Gags fehlte mir irgendwo ein gewisser Charme dahinter. Irgendwie ist das ganze Treiben, ab und an, dann doch ne Spur zu chaotisch ausgefallen. Vor allem am Anfang schreit und quengelt mir Ace doch etwas zu sehr herum. Und manchmal mag das Treiben fast in seinem Klamauk ersticken. Sicher, auch schon in Teil eins regierte der (mitunter geniale) Schwachsinn, doch in diesem Teil ist er irgendwie nicht mehr so charmant. Aber das ist eine rein subjektive Einschätzung meinerseits. Vielleicht waren meine Erwartungen auch einfach nur ne Spur zu hoch. Wer weiss!
Darstellerisch ist dagegen alles im grünen Bereich. Zu Jim Carrey braucht man wohl nicht mehr allzu viel sagen, außer das seine Performance absolut brillant ist und man sich wirklich niemand anderes in dieser Rolle vorstellen kann. Er ist einfach ein Unikat! Seine Kollegen verblassen dagegen zwar reihenweise neben ihn, machen ihre Sache aber auch ganz akzeptabel. Man kann zufrieden sein.
Fazit: Vor (mitunter genialem) Klamauk nur so triefender, zweiter Teil des Ventura-Doppels, der nun noch mal ne ganze Spur böser und wilder ausgefallen ist, als sein Vorgänger und auch mit einer besseren Story aufwarten kann. Dennoch fehlt, zumindest mir, irgendwo der gewisse Charme, den der erste Teil zu bieten hat, da es mitunter manchmal einfach zu durchgedreht ist, was hier auf den Zuschauer losgelassen wird. Dennoch dürfen sich Carrey-Fans auch diesen Brüller nicht entgehen lassen, allein schon wegen Jim und seiner absolut brillanten One-Man-Show, die wirklich alles andere topt, was es derzeit in Hollywood zu lachen gibt! Bauchschmerzen vor Lachen sind garantiert!
Wertung: 7,5/10 Punkte