Viele Amateurfilmer feiern ihr Langzeitfilm-Debut mit einem Zombiefilm, das verschlingt kein allzu hohes Budget, man benötigt keine Charaktermimen und das Drehbuch kann man hinrotzen, wenn man mal für ein paar Tage mit Grippe im Bett liegt.
Die Gebrüder Cousins dürften ähnlich vorgegangen sein, stellenweise ist das besonders auf visueller Ebene arg dilettantisch, andererseits bekommen sie ein gewisses Endzeit-Flair recht gut hin.
Story: Nach dem vierten Weltkrieg hat eine Seuche die Menschen in Zombies verwandelt, die letzten Überlebenden versuchen nach Bruchlandung mit einem Flugzeug zum rettenden Bunker zu gelangen und müssen sich mit blutrünstigen Untoten herumplagen.
Wer so ein Drehbuch verfasst, bringt sich auch gerne selbst in den Mittelpunkt, deshalb hat einer der Cousins auch gleich die Rolle des Helden Blake übernommen, der die übrigen Survivor vor den Kreaturen beschützen muss.
Eine blöde Off-Stimme hat man ihm auch verliehen, nur dummerweise hat man nach dem Intro vergessen, das penetrante Delay auszuschalten, so dass sogar einige seiner (oft unnötigen) Gedankengänge mit Echo erklingen.
Der Typ kann zwar nicht schauspielern, bringt aber genügend Ausstrahlung für einen cool handelnden Helden mit, immerhin.
Um den Rest ist es nicht wirklich super bestellt, die Kamera wackelt unsicher mit den Protagonisten mit, die Bildqualität wirkt phasenweise wie die Kopie einer VHS-Kassette und gegen Ende nerven auch noch unterschiedlich stark eingesetzte Blaufilter.
Vom Pacing her ist das aber okay, zwar rennt man phasenweise etwas zu lange durch die Gegend ohne angegriffen zu werden und es findet minutenlang nichts Ereignisreiches statt, doch Bewegungsarmut herrscht insgesamt gewiss nicht.
Zu Beginn muss Held Blake noch auf die First Lady (ca. Ende 20) und ihren Sohn am Gehwagen (ca. Anfang 20) und ein kleines Mädchen aufpassen, während zwei Frauen nach dem Absturz an anderer Stelle ums Überleben kämpfen.
Natürlich null Figurenzeichnung, es fällt nur auf, dass die eine ´ne viel zu enge Jeans trägt, was im Verlauf auch der Kameramann bemerkt.
Zwischen Zombie – und Endzeitfilm dümpelt dann die Sache vor sich hin, zumal die Kulissen mit Scheune, dschungelähnlichen Grünflächen und ehemaligem Atombunker nicht immer abwechslungsreich ausfallen, nur das Bunkerlabyrinth, auf dessen Dach irgendwann eine größere Zombiegruppe herumirrt, wirkt angenehm klaustrophobisch.
Vom Ablauf her bietet sich dem Genrefreund das Übliche ohne nennenswerte Überraschungen. Man flieht in ein leerstehendes Gebäude und vernagelt alle Türen und Fenster, bis die Untoten eindringen und man zum nächsten Standort wechselt.
Glücklicherweise wird der Splatterfreund nicht allzu sehr vernachlässigt, denn zwischen körperlichen Auseinandersetzungen und anfänglicher Gegenwehr mit Waffengewalt, spritzt es zwischenzeitlich ganz passabel.
Da werden gleich zwei Köpfe mit einem Hieb abgetrennt, Äxte spalten Köpfe, Kopfschüsse sorgen gar für Durchblick und sogar ansatzweise sind minimale Fressszenen vorzufinden, die jedoch keine Ausweidungen zur Folge haben.
Das Tempo geht dabei völlig in Ordnung, auch wenn einige Szenenübergänge etwas abrupt ausfallen, - die Blut-FX sind okay, die Masken der Zombies auch.
Sogar für eine kleine Aufheiterung wird gesorgt, als ein abgetrennter Arm erst eine Frau bewusstlos schlägt und sie anschließend über den Boden schleift. Davon hätte der Stoff durchaus mehr vertragen können.
So erzeugen mehr oder minder untalentierte Mimen Angriffe mit Bratpfanne und Schwert (das in einer Szene über einige Meter wie ein abgefeuerter Pfeil fliegt), einige Zombieköpfe werden mit Schränken und Eisenteilen geplättet und für größere Gruppen Propangas und nicht so tolle CGI eingesetzt.
Das kann sich im Gesamtbild so einigermaßen sehen lassen, sofern man nicht von vornherein vom deutlich sichtbar niedrigen Budget abgeschreckt wird.
Genrefans sollten von daher nicht zuviel erwarten und sich auf einen Zombiestreifen einstellen, der nicht gänzlich langweilig ist, den Beiträgen der oberen Liga aber zu keiner Zeit das Wasser reichen kann, wahrscheinlich aber auch nicht will.
4,5 von 10