Review

So durchwachsen fällt ein Film aus, den ein Autor und Regisseur auf Biegen und Brechen zum Kultfilm avancieren lassen will: Die Hommage an die Slasher der 80er ist größtenteils gelungen, die handgemachten Splattereffekte durchaus Hingucker, doch der Rest ist jämmerlicher Dilettantismus mit Nervfaktor.

Das Geschehen spielt sich einzig und allein in einem Bowling-Center ab, in dem ein unbekannter Killer umgeht und die des nächtens Spielenden reihum abschlachtet.
Wahrscheinliches Motiv: Rache aufgrund einer Vergewaltigung.

Wovon man in der deutschen Fassung wohl kaum etwas zu sehen bekommen wird, denn irgendwoher müssen die 14 Minuten Differenz zur Uncut-Version schließlich stammen.
Und da sich der Gang-Rape bereits über zehn Minuten ausdehnt…
Der ist in der Tat nicht ohne, allerdings gibt es an der Stelle nichts Explizites zu sehen, auch wenn angedeutet wird, wie jemand dem Opfer Lisa einen Kegel zwischen die Schenkel schiebt (Rock drüber) und danach Blut fließt.
Nacheinander machen sich die Peiniger an dem Opfer zu schaffen, während es wehrlos auf dem Flipperautomaten oder dem Billard-Tisch liegt, - das ist wohl nicht von ungefähr an „Angeklagt“ mit Jodie Foster angelehnt.

Nachfolgend macht sich jedoch rasch Ernüchterung beim Betrachter breit. Nicht nur das „Fuck“, - gefühlte 50 Mal in der Minute von sämtlichen Figuren vor sich hin geflucht -, macht alles außerhalb der Morde zu einer Nervenprobe.
Niemand der Figuren ist auch nur annähernd sympathisch, die meisten Darsteller nerven obendrein mit Overacting und zu alledem will von Anfang bis Ende überhaupt kein ausgewogenes Erzähltempo aufkommen, da nur hirnlos vor sich hin gelabert wird und sich die Ablaufmuster der Morde lediglich wiederholen.
Ein Paar zieht sich zum Bömbeln (einmal für ein paar Sekunden sogar knappe Hardcore-Szenen) zurück, der Killer mit Bowlingkugel-Tasche überm Kopf schleicht sich an, dann schlägt er zu.

Hierin liegt allerdings die stärke des Streifens, da offensichtlich das komplette Budget für die Gestaltung der handgemachten Effekte draufging.
Die Zweckentfremdung der Kegel und Bowling-Kugeln ist durchweg gelungen, ob Kegel in Kehle, Augen oder ganz einfach, um einen Schädel mit zig Schlägen zu deformieren.
Ob da ein Penis von unten nach oben aufgeschnitten oder schlicht eine Kehle zerschnitten wird, - das Blut fließt in Strömen, was im Übrigen nicht ausbleibt, wenn einem der halbe Kopf per Bowlingkugel-Wachs-Maschine weggefräst wird.

Ferner punktet die Ausstattung, ganz im Stile der Achtziger: Allein die Klamotten der schrägen Vögel sind größtenteils mit Wiedererkennungswert gestaltet worden, zudem laufen im Hintergrund ständig Songs, die eben jener Zeit nachempfunden wurden (oder es sind welche, die es seinerzeit zu keiner Bekanntheit bringen konnten).
Leider ist man in diesen Punkten nicht akribisch genau vorgegangen, weshalb diverse Piercings und die Frage nach einem aufgeladenen Handy deplatziert wirken.
Ansonsten wähnt man sich direkt in einem US-B-Movie anno 1984.

Wenn es denn dazu wenigstens eine Figur gäbe, die nicht für jeden die Beine breit machen wollte/sämtliche anwesenden Frauen beschimpfen und wie Dreck behandeln würde.
Kein Kerl und keine Frau ist dabei, deren Ableben auch nur eine Sekunde Mitgefühl entfachen würde und da Mitfiebern ohnehin flach fällt, (ebenso das Ratespiel um den/die Täter), bleibt nicht viel mehr, als sich von einem Kill zum nächsten durchzuhangeln.
Und dabei fällt nochmals der vergleichende Blick auf die deutsche, geschnittene Fassung: Für jene Zuschauer bleibt am Ende wohl rein gar nichts übrig.

Für alle anderen zumindest ein Slasher, der in Sachen Brutalität jeden Gore-Fan zufrieden stellen wird und mit der Originalität der Morde nicht allzu viel zu wünschen übrig lässt.
Darüber hinaus aber weit vom Kult entfernt (bis auf die aufmüpfige Computerstimme des Wachs-Automaten), da man hier wirklich ausnahmslos jeder Figur einen möglichst unsanften Tod wünscht. Und das kann auch nicht im Sinne des (Genre)-Erfinders liegen.
4,5 von 10

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