Review

Soso, dies ist also eine "Hommage an den 80er Splatter und Slasher"-Film?!? Ui, da kam der Regisseur wohl aus einer Paralleldimension.

"Gott verfickte Nutte, fick dich, bring mir mein verficktes Bier. Fuck!"

Die meisten Figuren haben wohl ein schlimmes Tourett-Syndrom zu beklagen, denn meist gibt es keine Dialoge sondern einfach nur Flüche en masse. Die degenerierte Bowlingsippe findet sich dann auch schnell zur langen Massenvergewaltigung ein und schwupps werden Alle am nächsten Abend dahingemetzelt...

Tja, Inhalt erledigt. Regisseur Ryan Nicholson wäre anscheinend so gerne in die ausgetretenen Fußstapfen von Lustig, Carpenter unc Co. getreten, wie auch die zig Variant-Cover mit vielen verwursteten, alten Kinoplakaten geradezu herrausschreien. Aber statt auch nur im Ansatz so etwas wie eine Atmosphäre aufzubauen oder die Bowlingbahn auch mal sinnvoll als Dreh-Location zu benutzen wartet man hier als Zuschauer eigentlich nur noch auf die groß angepriesenen "ultra violent gore scenes". War die Vergewaltigung zu Beginn gleichfalls hart aber auch unglaublich öde anzusehen, so dackelt nachher alle paar Minuten irgend eine nichtssagende Figur aufs Klo ("Wir durften in der Bowlingbahn an sich kein Blut benutzen!" verrät da der Regisseur im Making of...), um dort irgendwie abgestochen zu werden, gleichfalls geht das auch im unbenutzten Flipper- und Poliermaschienen-Raum. Zack, da spritzt Blut, schwupps, da wird ein Gummi-Penis filletiert und schnarch, man ist beinahe weggedöst.

Kurz vor Schluss nimmt der Film so etwas wie Fahrt auf und die letzten zwei(!!!) Überlebenden dürfen dann auch mal ganz kurz vorm Killer wegrennen, nur um Sekunden später schon die denkbar einfach Aufklärung des Ganzen präsentiert zu bekommen. In diesen letzten paar Minuten wirkt dann "Gutterballs" auch erstmals wie so etwas wie ein "Film" und nicht nur ein Amateur-Splatter-Zauber in der Bowlinghalle vom Onkel.

Aber dann ist der Streifen auch schon aus und lässt bis auf ein paar direkte, nette Zitate ("Intruder", "Maniac") nichts zurück, an das man sich erinnern würde. Das Beste an "Gutterballs" dürfte sein, dass man nach diesem höllisch missglückten "Retro"-Versuch entweder den viel gelungeneren "Hatchet" (DAS war 80er Slasher-Hommage-Horror mit Augenzwinkern) oder sofort einen der Klassiker in den Player legt.

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