Review

„Gutterballs“ ist Ryan Nickolson zweites abendfüllendes Filmwerk und zum Glück meilenweit besser als sein dürftiger Erstling „Live Feed“. Diesmal hat er sich den Slasher Film der 80er Jahre vorgenommen, inklusive Mucke und Klamotten.

Zwei rivalisierende Bowlingteams finden sich nachts auf einer Bowlinganlage ein, um ein Turnier zu spielen. Daraus wird allerdings nichts, denn ein maskierter Killer mit Bowlingtasche auf der Rübe (sieht mächtig dämlich aus) macht sich dran, die Spieler der beiden Teams nach und nach in ihre Einzelteile zu zerlegen.

Inhaltlich natürlich ohne Innovationen versehen, kann der Film dem geneigten Fan doch einigermaßen gefallen. Die Intention eine Hommage an den 80er Jahre Slasher zu produzieren ist einigermaßen brauchbar gelungen. Mit jeder Menge 80er Klamotten und entsprechender Musik wird nettes 80er Flair auf den Bildschirm gezaubert. Neben klischeetriefenden Charakteren gibt es obendrauf ordentlich Gore. Ryan Nickolson hat sich hier wirklich nicht zurück genommen und in der uncut Fassung ziemlich drastische und originelle Bluteffekte kreiert. Am Amgefahrensten ist sicherlich der Mord des Pärchens, welches sich gerade in der 69er Stellung vergnügt und am jeweiligen Geschlechtsteil des anderen erstickt. Auch die übrigen Morde sind jenseits des guten Geschmacks aber immer mit einem Augenzwinkern inszeniert. Für Gorehounds ein Fest!

So schön das jetzt auch alles klingen mag, gibt es leider auch einiges Negatives zu berichten. Herr Nickolson ist nämlich alles andere als ein guter Drehbuchautor und Regisseur. Die Dialoge und Charaktere sind dermaßen bescheuet, dass man sich mehrmals fragt, ob das nun wirklich sein Ernst war. Bestes Beispiel ist das Raten wer denn nun hinter dem Kürzel BBK (Bowlingbahnkiller) versteckt und wieso dieser so viele Strikes wirft. Dieses Kürzel steht nämlich mysteriöserweise auf dem Punktedisplay der Bowlingbahn und sein Punktestand erhöht sich wie von Geisterhand ständig von selbst (bei jedem Toten um genau zu sein, aber das können die Dumpfbacken mal wirklich nicht wissen). Und obwohl die beiden Teams die einzigen auf den Bahnen sind, fragen sich die Doofis doch tatsächlich wieso denn dieser BBK einen Strike nach dem anderen wirft. Sie denken tatsächlich, dass dort noch jemand bowlt. Diese Diskussionen (ja, wirklich mehrere) sollte man gesehen haben.

Neben sonstigen bekannten Ungereimtheiten in der Story (Gruppentrennung etc.) ist
die Marschrichtung des Films nicht so ganz klar. Auf der einen Seite merkt man, dass sich der Film trotz der harten Effekte nicht selbst zu ernst nimmt, auf der anderen Seite wird aber eine minutenlange harte Vergewaltigung gezeigt, die eher an die Rape and Revenge Filme der 70er erinnert und wirklich fehl am Platze ist. Da würde es mich nun wirklich nicht wundern, wenn Feministinnen hier auf die Barrikaden springen würden.

Fazit: „Gutterballs“ ist trotz einiger Längen brauchbare Ware. Der Film reduziert sich selbst einzig und alleine auf die Effekte und kann daher auch nur der Gorefraktion mit Hang zum Trash empfohlen werden.

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