Die Kritik beruht auf der ungeschnittenen, 20 Minuten längeren XXX-Hardcore-Version aus Österreich!
Derbe Späße beim Bowling enden mit einer abstoßenden Vergewaltigung der jungen Lisa. Trotzdem geht das Spiel weiter, jedoch haben sich die Regeln geändert. Ein jugendliches Großmaul nach dem anderen fällt einem sadistischen Killer zum Opfer. Doch wer ist der unheimliche Mörder, der seinen Rachefeldzug unerbitterlich vollzieht? Wer wird den nächsten Morgen noch erleben? Wessen Kopf wird rollen?
"Gutterballs" ist einer der Filme, auf den ich erst bei meinen täglichen Runden durch diverse Auktionshäuser und Internetforen aufmerksam wurde und was ich da in manchen Reviews las, machte mich so neugierig, dass ich den Film einfach haben musste.
Da es sich um eine Low-Budget-Produktion handelt, ging ich mit keinen hohen Erwartungen an den Film und wurde angenehm überrascht!
Ryan Nicholsons "Gutterballs" ist keine Hommage an den Slasherfilm der 80er Jahre, wie es auf dem Cover angepriesen wird, sondern vielmehr eine durchgedrehte Parodie auf das Genre, wobei einige bekannte Filme gekonnt zitiert werden, sich Drehbuchautor und Regisseur Nicholson aber auch streng an das Erfolgsrezept hält, was das Genre bei seinen Fans so beliebt macht:
Ein Verbrechen aus der Vergangenheit, das ein maskierter und einfallsreicher Killer zum Anlaß nimmt, um versoffene und geile Teenager auf vielseitige, vor allem aber blutige Art und Weise zu töten, jede Menge pralle Titten und Ärsche, derbe Späße, coole Gags und ein geiler Score sind die Zutaten, aus denen heutzutage Kultfilme gemacht werden.
"Gutterballs" ist der ultimative Party-Film und bietet jede Menge Fun-Splatter und derbe Tötungen, die teilweise so überspitzt dargestellt sind, dass es nicht mehr ernst zu nehmen ist.
Dass dieser Film auch gar nicht ernst genommen werden will erkennt der Zuschauer an den Dialogen, denn offenbar ist es Ryan Nicholsons Ziel, mit seinem Film ins Guiness-Buch der Rekorde zu gelangen, als der Film, in dem am meisten das Wort "Fuck" in unzähligen "verfickt"-"verfuckten" Variationen verwendet wird.
Für eine Low-Budget-Produktion sind die Effekte teilweise sehr gut gelungen, überspitzt wie beispielsweise der vom Rumpf geschossene Kopf, aber sehr derbe und vor allem auch einfallsreich. Eine der unblutigsten und dennoch innovativsten Szenen ist mit Abstand die 69er-Blow-and-Die-Stellung, bei der die Opfer in genannter Liebesstellung jeweils an den Geschlechtsteilen des anderen ersticken.
Der Soundtrack setzt sich aus einer selbst komponierten, dynamischen und temporeichen Melodie und mehreren Rocknummer zusammen, die in den entsprechenden Szenen für das richtige Feeling und die passende Atmosphäre sorgen.
Bei allen übertriebenen Dialogen und überspitzten Splattereffekten geht der Film aber auch ziemlich an die Grenzen des guten Geschmacks:
Szenen wie die sehr drastische und authentisch dargestellte brutale Vergewaltigung oder die Tötung eines Transvestiten, dem in Nahaufnahme der Penis von unten nach oben aufgeschnitten und daraus eine Vagina geformt wird, passen nicht ganz zum durchgedrehten, abgefahrenen Charakter des Films.
Das Bowling-Center als Location für einen Teenie-Slasher im "10-kleine-Negerlein"-Prinzip ist unverbraucht und hebt sich wohltuend von den sattsam bekannten Settings wie Schulgebäude, Krankenhausern oder Wäldern ab.
Auch wenn "Gutterballs" gegen Ende zwei, drei überraschende Wendungen zu bieten hat, so ist die Handlung relativ spannungsarm und vorhersehbar. Der Film lebt von seinen Effekten, Gags, skurillen Charakteren und jeder Menge Sex, bei denen die Girls ausnahmslos perfekt gecastet wurden. Auch wenn diese Szenen mit Hardcore nichts zu tun haben, gehen die Darsteller mit Spaß an der Freude zur Sache.
Insgesamt ist der Film für eine Low-Budget-Produktion viel besser als erwartet und sehr unterhaltsam. Spätestens nach fünf Minuten ist das Wort "Fuck" unerträglich geworden und gegen Ende machen sich einige Längen bemerkbar, trotzdem macht "Gutterballs" einfach Spaß. Anspruchsvolle Kunst sollte hier keiner erwarten, hier lautet die Devise: Hirn aus, Augen und Ohren auf und rein ins derbe Vergnügen.
7 von 10 Bowling-Kugeln!