Review

2 verfeindete Parteien haben sich entschieden ihre persönlichen Differenzen beim Bowlen auszutragen. Die eine Gruppe besteht aus stereotypen "Jocks", richtige Proleten und Charakterschweine, welche anscheinend eine Art Hierarchie aufweisen, denn alle Mitglieder dieser minderbemittelten Crew hören auf ihren ständig fluchenden, und anscheinend schwer asozial-verhaltensgestörten Anführer. Die andere Gruppe ist da schon etwas normaler und sympathischer, aber dennoch sehr ausgeflippt, so befindet sich zum Beispiel ein Transexueller und eine abgewrackte Punkerin in ihr. Zankapfel ist eine junge, sehr attraktive Frau, welche den Anführer der anderen Crew einmal hat Abblitzen lassen, was ihm nicht sehr gefallen hat. Man hat sich auf ein großes Match geeinigt, und am Abend vorher gibt es eine Art Probe, bei der jedoch ein Kampf ausbricht. Leicht angefressen wartet die Arschloch-Gruppe darauf, bis das junge Mädchen, welches oben genannt wurde, alleine ist, und vergewaltigt sie dann aufs übelste. Am nächsten Tag findet das Match statt, doch leider geht ein Killer um, der wahllos Menschen tötet...

Dieser Film ist eigentlich ein normaler Slasher Film im Stile der mehr oder weniger kultigen 80er Streifen. Dies macht sich vor allem an der ganzen Optik, sowie der ruhigen Kameraführung bemerkbar, und auch die Outfits sind stark auf 80er getrimmt worden, also hat man als Slasherfan schon mal einen hohen Wiedererkennungswert mit älteren Werken. Die Charaktere sind keine kiffenden, dauergeilen Teenies, sondern junge Erwachsene, was dem Film sehr gut tut. Die Erzählweise, der Handlungsaufbau sowie der Spannungsbogen sind auch mehr oder weniger Slasher-Standard, soll heißen es läuft ungefähr nach folgendem Muster ab: Shock Szene am Anfang, 25 Minuten Ereignislosigkeit, erster Mord, Verwirrung über das Verschwinden der/des Ermordeten, weitere Morde, die mit zunehmender Zeit immer blutiger werden, Auflösung. Leider alles andere als innovativ, aber erfüllt dennoch seinen Zweck, und erhöht auch die Spannung, die gegen Ende wirklich stark zunimmt.

Die Geschichte ist insofern gut, dass man wirklich bis zum Schluss rätselt, wer denn der Mörder sein könnte, und lasst euch eines sagen: ihr werdet nicht drauf kommen! Desweiteren gibt es einige humoristische Ansätze, zum Beispiel die Streitgespräche zwischen den beiden Parteien, die Szene in der der Typ von der Bowlingkugelpoliermaschine angepöbelt wird, sowie die Tunte. Dies zündet jedoch nicht, und wirkt fast schon Troma-esque, nur ohne den Charme der Troma Werke. Zu aufgesetzt und unnatürlich, genauso wie der ständige Gebrauch vulgärer Sprache und der Anführer der Bösewichte. Kann man aber drüber hinwegsehen, denke ich...

Die Splatterszenen sind wirklich sehr gorig und zu 100% gelungen, man könnte manche Stellen fast schon mit dem Kracher "Intruder" (dem wohl besten Slasherfilm überhaupt) vergleichen, denn hier geht es teilweise echt ab. Einer bekommt einen Bowling Pin rektal eingeführt, der Kopf eines anderen wird mittels der Bowlingpoliermaschine regelrecht weggeätzt, Köpfe werden zermatscht und eingeschlagen, Augen werden ausgestochen, ein Kehlenschnitt darf natürlich auch nicht fehlen, genausowenig wie eine kleine Entweidungsszene. Hier kann man sich also echt nicht beklagen, Gorehounds dürften definitiv auf ihre Kosten kommen, vor allem aufgrund der Tatsache, dass hier alles noch sehr Homemade ist, und man weitestgehend ohne nervige CGI Effekte auskommt. Hier punktet der Film auf ganzer Linie, die deutsche FSK 18 Version hat sage und schreibe 25 Minuten an Federn gelassen!

Ein weiterer Grund, warum dieser Film sich von der öden Einheitsmasse "Slasherfilm" hervorhebt ist die sehr lange Vergewaltigung am Anfang, welche wirklich extrem derb und schonungslos inszeniert wurde. Die hämischen Spötteleien der Männer, sowie die Tatsache, dass hier mehrfach vergewaltigt wird, erinnern fast schon an den berühmt-berüchtigten Klassiker "I spit on your grave", der hier denke ich auch Pate gestanden hat. Als "Krönung" bekommt die sehr attraktive Hauptdarstellerin auch noch einen Bowlingkegel in die Vagina gestochen (mit dem dicken Ende zuerst, versteht sich). Wirklich sehr starker Tobak, und wahrscheinlich selbst für einige Splatterfans zu hart, mir wurde gesagt, dass bei einem Splatterfestival viele Leute bei dieser Szene den Raum verliessen. Doch ich finde diese Szene insofern gelungen, dass sie den Film von Anfang an etwas härter und rabiater als einige seiner Genrekollegen wirken lässt, was er ja letztendlich auch ist.

Fazit: Gutterballs ist ein guter Film, kein Meisterwerk, aber trotzdem gelungene Unterhaltung für Splatter- und vor allem Slasherfans, die hier mal wieder in die sleazige Grundstimmung und die Athmosphäre der 80er eintauchen können. Empfehle ich ganz klar, aber bitte nur in der österreichischen Version von Shock!

Details
Ähnliche Filme