Review

Gutterballs von Ryan Nicholson sieht wirklich aus wie ein Film, der schon 30 Jahre auf dem Buckel hat. Anscheinend war das ja gewollt und so mag es nicht verwundern, wenn man zweimal hinschauen muss, um es zu glauben, dass dieser Billig-Trash-Streifen aus dem Jahr 2008 stammt.
Nunja, die Splatter-Retro ist weder eine gelungene Hommage noch ein sinniger eigenständiger Horrorfilm, er verfehlt sein Ziel in beinahe jeder Hinsicht.
Splatterfans kommen in der uncut-Fassung einigermassen auf ihre Kosten, auch wenn viele der gezeigten Tricks ziemlich durchschaubar und schlecht gemacht sind. Ein kranker Erfindungsreichtum ist zumindest erkennbar.
Schauspielerisch bietet der Film nichts, nervige Figuren stammeln und fluchen sich durch die dünne Handlung, bis der Film (nicht nur die Köpfe) wirklich ins Rollen kommt, vergehen schon mehr als 30 Minuten.
Vorher muss man sich eine schlampig umgesetzte und letztlich völlig unglaubwürdig ablaufende Vergewaltigungsszene ansehen, damit man später auch ja kein Mitleid mit den Opfern haben braucht.
Dünne Story, billige Tricks, eine ermüdende Location und 80er-Style (Musik und Kostüme) sorgen für einen unausgegorenen Thriller, der mehr sein will, als er wirklich ist. Die Überzeichnung aller Charaktere und deren "Ende" kann schonmal helfen, sich im Stereotypen-Dschungel zurecht zu finden, aber hier geht einem das bereits nach kurzer Zeit gehörig auf den Geist. Richtigen Spaß wird wohl auch der ärgste Splatterfan nicht daran haben können, zu sehr ist man versucht, auf seiner Fernbedienung zum nächsten "Effekt" vorzuspulen. Der jedoch ist dann auch nicht das Gelbe vom Ei.

Details
Ähnliche Filme