Review
von Leimbacher-Mario
I Spare On Your Grave
Auf der Bowlingbahn geht ein Killer um - „Gutterballs“, ein kanadischer Exploitationfiesling im grobkörnigen, rauen Retrostyle, räumt zwischen Pins, Pines und Pimmeln mal so richtig auf...
Ich hatte schon mit einem dreckigen Slasher gerechnet, aber eher mit trashig-humorvollen Untertönen. Die sind in „Gutterballs“ aber derart gut versteckt (und wenn dann eher unfreiwillig anwesend), unter einer bis dreizehn Schichten aus Blut, Schweiß und anderen Körperflüssigkeiten, dass mich die ziemlich nihilistische Grundstimmung dieses Bowlingmassakers doch überrascht hat. Ob eher positiv, will ich gar nicht unbedingt sagen. Ich hatte eigentlich schon eher Bock auf Lachen anstatt auf Ekel und Schock. „Gutterballs“ liefert auch beide Seiten ab. Nur eben wie gesagt schon deutlich böser und fieser als man bei dem Thema und dem Look erwarten könnte. Fast ist das eine Art saftige Antithese zu dem neonfarbene Good Vibes, die sonstige Retroausflüge auftischen. „Gutterballs“ bietet Vergewaltigung und Tod, Dreck und Sex, Spucke und Sperma, gewachste Bälle und gespitzte Pins. Eine amateurhafte Splatterday Night-Strike-Schlachtplatte. Natürlich kann man über die miesen Dialoge und noch mieseren Darsteller lachen, der Look und der Soundtrack sind schön cheesy und retro und rockig. Aber oft genug habe ich mich dabei ertappt, wie mir das Lachen dann doch deutlich im Hals stecken geblieben ist... Auch eine Errungenschaft. So weit zu gehen und es Kunst zu nennen, würde ich nicht. Größter Kritikpunkt: durchgängig unausstehliche und ausschließlich ekelhafte, bösartige und comichaft überzogene und klischeehafte Figuren, mit denen man natürlich zu keiner Minute mitfiebert, wodurch das Interesse massiv sinken kann.
Fazit: „Gutterballs“ ist Sleaze, fies, mies und trieft nur so in Sachen Retromanie, Dreck, dunkelstem Humor und slashenden Schweißquanten. Böse und unangenehm. Kein Film, um ihn mit der Mutti zu gucken. Selbst wenn diese Horror mag. Kalle und cool. Voll daneben und doch abgeräumt. Alle Neune?! Zumindest bei einem bestimmten Publikum!