Lange Zeit dachte man, dass es für den Zombiefilm keine Alternativen mehr gäbe und jeder kleine Filmemacher seine Kumpels bepinselt, sich eine Kamera schnappt und das geringe Budget ausschließlich für Spezialeffekte ausgibt.
Über Alternativen ist der Genrefreund natürlich dankbar, gerade wenn man die Untoten-Thematik mit Coming-of-Age Inhalten verknüpft, kann daraus ein sinnlich-nachdenklicher Beitrag werden, - nur leider hat man es in diesem Fall arg oberflächlich belassen.
Obgleich es von Beginn an gelingt, des Zuschauers Interesse zu erhaschen, als die Schulfreunde Rickie und JT Blau machen und in einer still gelegten Nervenheilanstalt in den Kellerräumen auf das titelgebende Girlie stoßen. Zunächst wähnt man eine geknebelte, nackte Frauenleiche vor sich, doch als JT an ihr seine nekrophilen Neigungen ausleben will und sie aufgrund von Gegenwehr dreimal vergeblich tötet, erwächst daraus ein perfider Plan…
..der gar nicht so abstoßend verpackt ist, wie man das aufgrund einschlägiger Genre-Erfahrungen eventuell deuten könnte.
Entgegen logischer Sachverhalte scheint die Zombiefrau nicht zu zerfallen, obgleich die Nahrungszufuhr unterbrochen war und Insekten wollen auch nichts von ihr.
Darüber hinaus erfährt man zwar rein gar nichts über ihren Ursprung, noch wer sie dort ablegte und fesselte, aber zumindest JT ist diese Tatsache gleich, da er die Unbekannte fortan als Sexsklavin hält, während sich Rickie rasch von seinem langjährigen Kumpel abwendet und eher Mitleid mit der gefesselten Nackten empfindet.
Bis dahin verläuft die Geschichte trotz unlogischer Zusammenhänge ansprechend und man ist gespannt auf weitere Kniffe.
Nur leider stellen sich diese rein gar nicht ein. Denn im Verlauf wird lediglich die Frage erörtert, wer dieser zunächst drei Schulfreunde noch von dem Geheimnis erfahren und wer denn wohl als erster gebissen und somit infiziert sein wird.
Dabei sind die Lager zwischen Gut und Böse gleichmäßig verteilt, Rickie bekommt als Sympathieträger und moralische Instanz noch ein Love Interest zur Seite gestellt, welches fürs letzte Drittel von Belang sein wird, ansonsten entfaltet sich die Sache enttäuschend ereignisarm.
Auch wenn diverse humorige Einlagen teilweise ganz gut zünden und die Atmosphäre in den heruntergekommenen Räumlichkeiten der ehemaligen Anstalt phasenweise spooky erscheint, - mehr als ein flüchtiges Herüberrutschen über den Zombie und mehrmalige Auseinandersetzungen zwischen den ehemaligen Freunden kommt im Kern nicht dabei herum.
Die Teenagerproblematik wird vorhersehbar abgehandelt und die durchweg ruhige Erzählweise, sowie unaufregende Bluteffekte sorgen ferner dafür, dass ab Mitte bereits die Aufmerksamkeit zurückweicht.
Das ist keineswegs den talentierten Jungdarstellern anzulasten, die ihre Parts absolut zufrieden stellend bekleiden, doch nach so einem durchaus starken Einstieg mit spannenden Fragestellungen hätte man beileibe mehr erwartet.
So kleine Ideen, wie die ungewöhnliche Reaktion nach einem harten Schlag einer Eisenstange auf den Kopf oder deutlichen Veränderungen eines Infizierten inmitten des Schulunterrichts über kaum haltbare Lebensmittel werten das Geschehen zwar immer wieder kurzzeitig auf, doch im Gesamtbild wirken die Szenen mit dem Zombie als Sexsklavin auf Dauer ermüdend und auch nicht länger, wie zu Beginn durch vermischte Alpträume und Visionen, in Ansätzen poetisch.
Was bleibt, ist eine sehr gute Grundidee aus der im Verlauf kaum etwas Spannendes entwickelt wird.
Das Gesamtpaket ist zwar weitaus ansehnlicher als so manch erster Gehversuch in diesem Sub-Genre, im Endeffekt wäre man über etwas mehr Tiefe und/oder Biss durchaus dankbar gewesen.
5 von 10