Die beiden White-Trash-Kumpel Ricky (Shiloh Fernandez) und JT (Noah Segan) sind zwei typische Loser. Keine Mädchen, kein Interesse an Schule oder Sport, dafür nur eigenartige Freakfreunde. Als die beiden eines Tages blau machen und sich in ein stillgelegtes Irrenhaus zurückziehen, um zu saufen und zu randalieren, entdecken sie einen versperrten Raum. Mit aller Kraft öffnen sie die Tür und glauben nicht, was sie dahinter entdecken - eine vermeintliche Frauenleiche aufgebahrt und gefesselt an Händen und Füßen. Splitternackt. Als sie jedoch genauer hinsehen, realisieren die beiden, dass die gute Dame keineswegs so tot ist, wie zuerst geglaubt. Nach einem Ausraster JTs merkt dieser, dass sie gar nicht getötet werden kann. Warum ist ihm egal, jetzt stehen allerdings vollkommen neue Perspektiven offen. Ricky will zur Polizei, kann sich jedoch nicht gegen den eine stärkere Persönlichkeit aufweisenden JT behaupten. Der hat schon ganz eigene Pläne mit der sehr heiß aussehenden, (un)toten jungen Dame. Wer würde sich denn nicht eine Sexsklavin zur permanenten Verfügung wünschen? Bei aller Abscheu zu ihr umgibt Ricky jedoch auch eine Aura des Gefühls für die hilflose Kreatur. Er ist hin- und hergerissen zwischen seinen bisher unerwiderten Gefühlen zu seiner lang angebeteten High-School-Liebe und dem Geschöpf, welches immer da ist, immer auf ihn wartet. Jedoch bleibt das anfängliche Geheimnis der beiden nicht geheim und das Wort macht die Runde. Bald schon tauchen mehr Freunde von ihnen auf, bis das Unheil seinen Lauf nimmt, als einer gebissen wird...
Die beiden Regisseure Marcel Sarmiento und Gadi Harel haben mit Hilfe der HELLRAISER-Produzenten eine grandiose Liebesgeschichte für das junge Publikum der heutigen Zeit geschaffen. Diese dreht sich um das Erwachsenwerden, die vielen Fehlschläge und Abweisungen, die man(n) einstecken muss. Meist ohne große Bedeutung für die / den Abweisende(n) hinterlassen diese Erlebnisse jedoch markante Spuren auf der Seele eines jeden zurückgewiesenen Menschen. Es heißt sogar, dass das Ende einer Beziehung oder ein „Korb“ eines geliebten Menschen emotional mit einem schweren Verkehrsunfall gleichzusetzen ist. Da ist es nicht verwunderlich, dass JT allen Mut verloren hat und zu Ricky sagt „That’s the best we will get!“. Ricky jedoch glaubt trotzdem noch an die wahre, reale Liebe, auch wenn deren positiver Ausgang mehr als ungewiss ist.
DEADGIRL wartet mit wundervollen verzaubernden Bildern auf, die in ihrer ruhigen und beruhigenden Art an einen schönen Traum erinnern, begleitet durch einen Klavierscore, der besser nicht hätte sein können. Aus dem Traum erwacht der Zuschauer aber sogleich wieder, wenn die bösen, die energischen Szenen zum Leben erwachen. Neben all der ruhigen, tollen Momente, ist DEADGIRL ein brutaler, mit expliziten Sexszenen und viel Gore gefüllter Film, der an einigen Stellen sehr unangenehm zu schauen ist, jedoch immer wieder den Weg zurück zur Shakesphere’schen unerfüllten Liebe findet. Ein ganz besonderer Film, der sich unweigerlich auch in den letzten Gehirnwindungen festsetzt. (Sylvio Constabel)
Unbedingte Empfehlung!
8/10