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„Pulp Fiction“-Kopien haben qualitativ meist einen schweren Stand, es sei denn man bringt genug eigene Ideen mit ein und die Filme haben Seele. So hat Peter Thorwart es mit „Bang Boom Bang“ geschafft, eine ganz eigenständige Komödie auf die Beine zu stellen, obwohl es stark ans Tarantino-Vorbild erinnert, wenn sich die Wege mehrerer skurriler Halbweltgestalten in den absurdesten Situationen immer wieder kreuzen.

Es ist ein durch und durch sympathischer deutscher Film geworden, der Anerkennung verdient hat, weil er nicht typisch „germanisch“ inszeniert wurde, sondern es mit Humor internationalen Formats aufzunehmen versucht, was ihm größtenteils auch gelingt. Natürlich muss man Deutscher sein, am besten einer aus dem tiefsten Ruhrpott, um mit den eigenartigen und doch ganz alltäglichen Typen etwas anfangen zu können. Ein gefängnisflüchtiger Proll, ein Fast-Spastiker, ein dauerbekiffter Faulpelz, ein krimineller Firmeninhaber und viele andere komische Gestalten sorgen für genügend Witz, um über die volle Dauer bestens zu unterhalten. Auch ein Verdienst der Darsteller, von denen Ralf Richter herausragt und Alexandra Neldel dermaßen zum Anbeißen ist, dass man ihr so viel Cleverness gar nicht zutraut. *g*
Der Humor wächst dabei aus den Situationen und den sich darin befindlichen Figuren, was bedeutet, dass man die Gags nicht nacherzählen kann und nur witzig findet, wenn man es sieht.

„Bang Boom Bang“ muss man somit selbst erlebt haben, denn es ist zudem völlig unmöglich, nachzuerzählen, wie kurios der Fortgang dieser Geschichte ist, bei der alles möglich scheint. Eine deutsche Produktion, wie man sie gerne öfter sehen würde.

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