Das lose Sequel zu "Step Up" begibt sich auf die "Streets".
Nach einem nicht allzu tollen "Step Up" wollte ich mir Nummero 2 schonmal garnicht im Kino ansehen, trotzdem mir von Vielen, im Zielgruppenalter des Filmes, Nahe gelegt wurde dies zu tun, da er wesentlich besser sei. Ein spontaner Kinogang am Abend durch einen Stau hat nun doch dazu verholfen und es hat sich gelohnt. Soviel zur persönlichen Vorgeschichte. :)
Als erstes die Warnung: Geboten wird ein Streifen der sich eindeutig der trendy, poppigen und hippen Teeniekultur widmet. Von Anfang bis Ende gibt es coole Sprüche, Halbstarkengespräche und plumpe Aussprache die in den heutigen Schulen, ganz besonders in Amerika, Standard ist. Die Musik gleicht sich diesem Schema an. Somit ist der Film wirklich nur für diejenigen geeignet, die entweder in dem Alter sind, selbst aus diesem Stil gewachsen sind oder sich daran nicht stören lassen.
Im Vergleich zum Vorgänger ist fast alles anders.
Von den Charakteren des Prequels werden nur die Hauptdarsteller erwähnt bzw. treten gegebenenfalls kurz auf. Die Maryland School of Arts hat es ebenfalls wieder geschafft eingebunden zu werden, das wars aber auch schon an Übernahmen.
Es gibt wesentlich mehr Tanz, mehr Choreographie und weniger plumpe, flache Story. Die obligatorische Schnulze zwischen den Hauptcharakteren ist natürlich wieder einbegriffen, steht aber nicht im Mittelpunkt.
Der Stil geht eindeutig mehr Richtung Hiphop, Breakdance, Freestyle bis zu Clowning/Krumping was in letzter Zeit immer mehr im kommen ist. Die vielen Balettszenen aus dem ersten Teil sind bis auf eine restlos gestrichen.
Was an Tanz geboten wird ist von Anfang bis Ende erstaunlich. Eine U-Bahn wird als Tanzfläche mißbraucht, es gibt viele harte, roboterartige Moves, Hiphop-"Schmieri" Bewegungen, in sich aufgelöste Choreographien, Breakdance am Boden sowie in der Luft bei Benutzung eines Trampolines, "Streetfights" wie in "Streetstyle" und eine stylische Choreographie im Regen.
Das schöne ist die Mischung. Jeder Tänzer hat einen etwas anderen Stil und tanzt diesen gut aus. Selbst der Humor kommt bei den Tanzacts nicht zu kurz. Ein lächeln läuft einem übers Gesicht wenn Michael Jackson artige Bewegungen von eine hyperaktiven Jungen auf einer Treppe getanzt werden oder ein Tanzvideo, dass die "gegnerische" Crew regelrecht veralbert bringt die Zuschauer sehr zum lachen. Diese Mischung geht wunderbar auf und lockert den für gewöhliche recht harten Hiphop-Style.
Unter Merkwürdigkeiten sind zu schnelle Kleidungswechsel abzulegen. Das umziehen geht mir in einigen Situationen etwas arg schnell und geht wohl unter Filmfehler.
Die Schauspieler sind Laien und das merkt man ihnen auch an. Dies fällt aber nicht allzu viel ins Gewicht, da die Story zu vernachlässigen bzw. eine gewöhnliche, leicht dramatisch-traurige Tanzstory präsentiert wird.
Der Schluß ist ein wenig zu abrupt. Und die gegen Ende geführte und angenommene Rede der Hauptdarstellerin vor dem verbitterten Publikum ist etwas arg patriotisch und wäre sicher nicht bei so einer abgerauten Masse angenommen worden.
Allgemein ein richtig guter Tanzfilm mit super Moves und klischeehafter Story.
7 / 10