Review

Man nehme ein bißchen Romero-Zombie Einerlei, ein bißchen John Carpenters Klapperschlange, ein bißchenMad Max hier, Mad Max da, ein bißchen Lara Croft, ein bißchen Aliens, ein bißchen Terry Gilliams Zeitreisesatiren, ein bißchen Apocalypse Now, mische das alles in einem Mixer durcheinander, peppe das alles noch mit schöner guter alter 80er Mucke auf, und was hat man dann - wenn man auch noch darauf achtet, dass alles möglichst gewalttätig daher kommt - im Endeffekt?
Üblicherweise Trash in Reinkultur, der so schlecht ist, dass man so was nicht des Blickes (zumindest nicht des zweiten Blickes )würdigt.

Und so hätte es auch Doomsday ergehen können. Aber wäre der Film wirklich so schlecht, hätte er sich dann das Mitwirken einiger richtiger Schauspielgrößen leisten können?
Mal sehen:
Malcolm MacDowell hat schon so ziemlich jeden Dreck gedreht, also check: Kann noch Trash sein.
Rhona Mittra: Hmm, hat Charisma aber Null Talent, und das Einzige was sie auszeichnet, ist dass sie Mal von Con zu Con gezogen ist und dabei Lara Croft "darstellen" durfte: Also ja, selbst das bürgt nicht wirklich für Qualität.
Alexander Siddig: Ein Mann, der so ungeschickt genug war, seinen arabischen Namen mitten während einer Serie, deren Mit-Hauptdarsteller er war, umzuändern, und dessen Rollenwahl mal Hop mal Top ist? Ja, auch das spricht nicht gegen Trash!!
Und Bob Hoskins? Zugegeben ein fast schon überragender Schauspieler, aber der in letzter Zeit nur durch Gurken aufgefallen ist.
Jawohl Trash der gehobenen Sorte garantiert.

Aber was Doomsday tatsächlich letztlich so in den erhabenen Hall of Fame Status hievt, ist die stringente Detailtreue und hohe Liebe zu den Originalen, die der Regisseur und Drehbuchautor hier einfließen läßt.
Authentisch bis zum Geht-Nicht-Mehr zelebriert er diesen Stuss, der dadurch bis zum typisch 80's-Ende einfach nur echt wirkt.

ist Doomsday dadurch besser als die vielen Torture-Porn und Möchtegern-Splatter-Streifen neueren Kalibers?
Auf jeden Fall!!!!
Denn wo heutzutage einfach nur draufgehalten wird und dem Zuschauer möglichst unappetitlich übel werden soll, ist hier, obwohl auch viele details sichtbar werden, offensichtlich der Splatter als Fun-Element vorhanden. Natürlich weder pädagogisch wertvoll noch sonderlich qualitativ hoch, aber dafür einfach nur einen heidenspaß bringend.

Dies kann man einfach nicht ernst nehmen, sollte es aber auch erst gar nicht versuchen, dafür ist die Story einfach nur ein blödes Vehikel für eine Hommage der anderen Sorte.
Und warum da in Deutschland zwanzig Minuten gekürzt werden mußten, erschließt mich hier auch nicht recht, denn kJ hat der Film ja ohnehin schon bekommen.

Wer also auf einen guten Splatter zurückgreifen möchte, ohne tieferen Sinn, dem sei Doomsday wirklich ans Herz gelegt.
Wer noch des Englischen mächtig ist, einen Code-Free DVD-Player hat, und eine gut sortierte Videothek in seiner Nähe, dem sei der Director's Cut im Original wärmstens empfohlen.

6 Punkte

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