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Ein U-Boot ist im Marianen-Graben verloren gegangen. Darum wird ein weiteres U-Boot losgeschickt, das den Verbleib des verschwundenen Schiffs klären soll. Doch nach dem ersten Kontakt werden Commander Farragut und seine Crew gefangen genommen. Sie erwachen auf der Nautilus, dem U-Boot des wahnsinnigen Genies Nemo. Nemo ist es leid mit anzusehen, wie die Menschheit die Erde verwüstet. Er will der Menschheit unter Wasser in einer perfekten Gesellschaft eine neue Zukunft schenken. Doch dazu benötigt er ein Gerät, in dessen Besitz Lt. Aronnax ist. Nur mit ihm kann er Atlantis wieder auferstehen lassen.

Bedenkt man die Ausgangsposition, das die filmischen Holzfäller von Asylum sich an eine Jules Verne Vorlage wagen, kann sich schon mal ein mulmiges Gefühl in der Magengegend ausbreiten. Man kann auch sagen das das Ergebnis wirklich nur noch als sehr, sehr frei nach dem Originalroman bezeichnet werden kann. 20000 Leagues waren denen offensichtlich zu langweilig und man erhöhte das Ganze auf 30K, auch wenn der abgegraste Marianengraben gerade mal 11 Kilometer tief ist.
Dazu transferiert man die Story in die Neuzeit. Die Nautilus ist jetzt eine schwimmende Unterwasserstadt inklusive Nachtclubs, Nemo ist nur noch ein Psychopath der gern die ganze Welt opfert um in Atlantis seine Rente zu verleben und auch die tolle Erfindung des Oxygenators, mit der man Wasser in Sauerstoff verwandeln kann, ist eine unausgegorene Idee. Man kann sich da unter Wasser eine Luftblase schaffen und darin ein Nickerchen machen (na hoffentlich kommt da kein Schwertfisch vorbei), da gibt es für Verne Puristen doch einiges zu schlucken.
Aber auch abseits der neuen Ansätze ist 30000 Leagues eine sehr dröge Veranstaltung. Zunächst mal wieder ein Riesenkompliment an die deutschen Synchronisierer. Was hier in den Nebenrollen an verbaler Unfähigkeit gesprochen wird ist schon dreist. Eine spricht mit Piepstimme, der nächste mit furchtbaren spanischen Dialekt und Kehlkopfkrebs, aber mein absoluter Liebling ist der Sonarmitarbeiter zu Beginn, der schlimmer lispelt als Katja Burkard von RTL. Man hat auch herrlich viel Zeit sich darauf zu konzentrieren, denn hier wird geschwafelt, das das Zäpfchen wackelt. Dazu der abgedroschenste Plot aller Zeiten, wenn der Held seine Ex-Frau als Vorgesetzte bekommt und die alte von Ankeiferei bis Neuverliebt durchgezogen werden muß. Ist ja auch viel interessanter als vermeintlich spannende Unterwasser Action, was der eine oder andere vielleicht erwartet hat.
Dabei sind dort die CGI Aufnahmen gar nicht mal so übel. Die Nautilus und das Rettungsschiff sehen recht schick aus, nur die Riesenkraken wirken etwas ungelenk. Ungelenk trifft aber auch auf die Darsteller zu. Lorenzo Lamas, als bekannter Name, behält immerhin noch einigermaßen sein Niveau wie auch der Nemo Akteur, über den Rest decken wir gnädig einen Algenteppich drüber. Das war leider wieder ein Film aus der gut gefüllten Asylum Bibliothek mit der Überschrift "Das war wohl nix". Nicht mal ein Trash Feeling will sich so recht einstellen, so bleibt am Ende mal wieder ein nutzloser Beitrag auf der Jules Verne Gesamtbox.
3/10

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