The Running Man gehört noch zu den einfachen 80er Brutalo-Streifen von Arnold Schwarzenegger (True Lies), der aber enormes Unterhaltungspotential hat. Basierend auf einer Story von Stephen King schrieb Drehbuchautor Steven E. de Souza, seines Zeichens verantwortlich für Skripts solcher Filme wie Stirb langsam und Phantom Kommando, einen Zukunfts-Actioner inklusive Mediensatire. Zwar kommt die Medienschelte etwas zu kurz und die TV-Hatz hätte auch etwas abwechslungsreicher sein können, doch konnte Arnie seiner Zeit mit Filmen wie diesem seinen Status als Action-Hero Nummero Uno festigen.
Im Jahr 2018. Amerika wird von einem totalitären Regime beherrscht, die Menschenrechte sind längst abgeschafft. Die Macht des Fernsehens ist stärker denn je und das bei den Massen beliebteste Programm ist die Running Man-Show - ein tödliches Katz- und Mausspiel, in dem es für den Gewinner um viele Millionen Dollar geht - doch Überlebende sind nicht vorgesehen... Ben Richards (Arnold Schwarzenegger), ein Ex-Cop, den der Staat fälschlicherweise des Massenmordes beschuldigt - wird gezwungen, das mörderische Spiel zu spielen - und deckt einen gigantischen, blutigen Betrug auf...
Hier erlebt man Arnold Schwarzenegger in gewohnte Manier: er verdrischt und tötet notfalls die bösen Halunken, tut der Gerechtigkeit genüge und lässt hier und da mal 'nen Onliner los. Sein berühmtes I'll be back! ist auch dabei. Im Prinzip die gleiche unzerstörbare Ein-Mann-Armee wie in Phantom Kommando, City-Hai und Predator. Der sadistische Showmaster wird hervorragend von Richard Dawson (Die Teufelsbrigade) verkörpert, der sichtlich Spaß an seiner Arbeit hat. Den weiblichen Love Interest darf hier Maria Conchita Alonso (Predator 2) abgeben, die auch mal kurz zulangen darf und auch ansonsten in Ordnung geht. Zudem gesellt sich noch Yaphet Kotto (Alien) an Arnies Seite. Auch Schwarzeneggers Predator-Spezi und Ex-Wrestler Jesse Ventura (Tag Team) ist mit von der Partie. Als recht kurzlebige Gegner werden Arnie dann noch Jim Brown (Mars Attacks!) alias Fireball, Gus Rethwisch (The Scorpion King) alias Buzzsaw sowie Professor (!) Toru Tanaka (Last Action Hero) alias Sub Zero serviert.
Obwohl The Running Man storymäßig ein düsterer Zukunftsthriller ist, ist er optisch recht bunt, grell und amüsant geraten. Somit hält sich die Filmversion auch nicht mehr so eng an die Vorlage von Stephen King, der hier unter dem Pseudonym Richard Bachman unterwegs ist, sondern muss eher als Plattform für eine actionreiche Hatz herhalten. Denn Action dominiert hier mehr als die soziale Botschaft. Arnie kann sich seinen abwechslungsreichen Verfolgern meistens recht leicht und blutig entledigen. Actionmäßig wird mehr auf Zweikämpfe und Verfolgungen als auf ausgefallene Shoot-Outs gelegt. Lediglich bei der Flucht zu Beginn und im Studio-Finale lässt man mal öfters die Bleipumpe sprechen. Was die Hatz selbst angeht, so hätte Regisseur Paul Michael Glaser (Band of the Hand) diese ruhig etwas abwechslungsreicher gestalten können. Trotz der exotischen und abwechslungsreichen Verfolgern ist die Hatz mehr und wenig eintönig geraten, da Richards & Co. verfolgt werden, Richards den aktuellen Verfolger eliminieren kann und die Hatz weiter geht. Für Laune können dann die Zwischensequenzen aus dem Studio mit dem Publikum sowie im Backstagebereich sorgen, da sich Richard Dawson dort richtig entfalten kann und ein klasse Arschloch abgibt. Für Humor wird hier durch diverse Dialoge und Situationen auch noch gesorgt. Vor allem das Publikum ist recht spaßig geraten, da Killians Fangemeinde größtenteils aus Rentnerinnen oder irgendwelchen Oberklasse-Spastis besteht. Natürlich wird der Medienschelte auch noch etwas Platz eingeräumt, wo fragwürdige Methoden der TV-Studios vorgeführt werden. Doch dass im TV nicht immer die Wahrheit gesagt wird und wahre Begebenheiten verbogen werden, weiß man inzwischen mehr als genug, weshalb The Runnig Man diesbezüglich zwar etwas innovativer daher kommt als z.B. Phantom Kommando, aber im Endeffekt kalter Kaffee ist. Die Show im Studio selber ist recht kunterbunt gestalten worden, während die Kulissen auf der Spielstrecke oftmals etwas billig wirken, aber dennoch schön dreckig und düster daher kommen. Die im Film angewendete Technologie ist dann aber widerum recht billig ausgefallen und im Publikum werden im Jahre 2018 dort noch VHS-Kassetten als Geschenke verteilt, womit The Running Man heutzutage nicht mehr auf dem Stand der Zeit ist. Die Musikuntermalung ist an sich nichts aufsehenerregendes, aber immer noch guter Durchschnitt.
Im Endeffekt ist The Running Man somit ein guter alter Old School-Actioner aus der Arnie-Kiste. Mag er inzwischen etwas Staub angesetzt haben, so werden sich ihn echte Arnie- und Action-Freunde gewiss mehr als einmal anschauen, da er immer noch viel Unterhaltungspotential hat.