In der Zukunft geht's bergab. Menschen kriegen kein Essen, es gibt nur noch Arme oder Reiche, und statt "Wetten, dass...?" läuft "Running Man" im Fernsehen. Das TV wird direkt vom Staat gesponsort, und bietet feinsten Brainwash für die Obdachlosen. Dies sind die Grundvoraussetzungen für den 87er Schwarzenegger-Hit "The Running Man".
Arnie selbst spielt den betrogenen Polizisten Ben Richards, dem ein Massaker an tausenden unschuldigen Menschen vorgeworfen wird. Anstatt zum Schafott, wird der Muskelprotz in die "Running Man"-Show geführt, wo er schlichtweg um sein Leben rennen muss. Verfolgt wird er dabei von Wrestlern mit Namen wie "Buzzaw", "Dynamo" oder "Subzero" - und sehen auch genauso infantil und behämmert aus, wie die Namen klingen. Der Rest ist durchschnittlichste B-Action. Ein wenig Gewalt, ein paar nette Sprüche und eine wirklich ironische Selbstparodie Arnies auf seinen "Terminator"-Part. Sämtliche kritischen, hintergründigen Themata werden schnell wieder vom Schreibtisch geworfen. Es muss reichen, dass die Zukunft düster á la "Blade Runner" dargestellt wird. Die Ursachen und den direkten Bezug zur Gegenwart fehlen da in dem Drehbuchpuzzle.
Dafür hat Drehbuchautor Stephen E. de Souza gesorgt, der Schwarzenegger schon "Phantomkommando" schrieb. De Souzas Buch basiert auf einem Roman, den Stephen King in den 70ern unter seinem Pseudonym Richard Bachmann schrieb. Weitere Referenzen kann man in Richtung Tom Toelles "Das Millionenspiel" und Yves Boissets "Kopfjagd - Preis der Angst" sehen. Beide behandeln sehr ähnliche Stoffe, zeichnen die Fernsehsensation ebenfalls als tödliches Spiel, konzentrieren sich aber bei der Inszenierung eher auf Spannung, als auf die halsbrecherische Kawumm-Action á la Schwarzenegger. "Kopfjagd" geriet daher auch weitaus dröger als "Running Man".
Trotzdem ist und bleibt "Running Man" kein guter Film. Paul Michael Glaser, der ehemalige Starsky aus der Serie "Starsky & Hutch" dreht einfältig und unseriös. Für einen kritischen Actioner mit "Blade Runner"-Deko braucht es mehr, als nur einen Schwarzenegger. So ist "Running Man" anderthalb Stunden unlogische Unterhaltung für diejenigen, die an ihrem Gehirn den "Aus"-Knopf gefunden haben. Alle anderen werden nur gähnend abwinken.