Zwar folgten später ab der Mitte der Siebziger und damit auch verspätet noch eine Reihe von ernsthaften Heimatfilmen, die Simmel-Bearbeitungen von Vohrer oder die ebensolchen Ganghofer-Adaptionen, war die erste Jahreshälfte aber noch von dem Ausklang des vorherigen Jahrzehnts, dem des Klamauks und des Slapsticks und dies in allen möglichen Varianten geprägt. 'Schuld' daran hat mit der Autor Kurt Nachmann (im Verbund mit August Rieger), der diese Gattung Film entscheidend mit beeinflusst hat und auch noch Jahre zuvor und darauf sein Wissen und sein Können für vor allem Franz Antel und dessen sechsteilige Frau Witin - Reihe einbringt und hier quasi Schauplatz, viele Darsteller und auch die Form der Erzählung inklusive der Präsentation von Humor (=Slapstick, auch Stunts, auch Zeitraffer wie aus dem Stummfilm und immer mitten auf die Zwölf) zelebriert. Statt einem Roy Black, der ja nicht überall sein und nicht alles spielen kann, obwohl er wenigstens etwas Klasse hineingebracht hätte, ist hier sein Kollege und die 'Konkurrenz', der blasse Chris Roberts anwesend, welcher wie auch Rudi Carrell sein Spielfilmdebüt und aufgrund des großen Erfolges an der Kinokasse auch gleich den Startschuss zu 'Fortsetzungen' wie Tante Trude aus Buxtehude oder Rudi, benimm Dich vollbringt:
Kurz vor seinem geplanten Urlaub in Spanien verbaselt der Reisebüro-Angestellte Paul Förster [ Ilja Richter ] einen Exklusivvertrag mit dem vom großen Unbekannten Christian [ Karateass Christian Anders ] gehörenden Schlosshotel am Wörthersee, sodass die Konkurrenz Luft schnuppert und sich eigens in Form von Frau Karina Himmelreich [ Doris Kirchner ] an den gefragten Ort begibt. Auch Paul wird zur Strafe und letzten Rettung von seinem Chef Herr Storz [ Hubert Meyerinck ] nach Velden beordert, wobei er auf der Fahrt mit seinem besten Freund Rudi [ Rudi Carrell ] dahin nacheinander sowohl Auto als auch Geld und Papiere und letztlich gar die Kleidung verliert. Endlich angekommen steckt man in Frauenklamotten, wird allerdings von Portier Poldi [ Gunther Philipp ] für die noch unterwegs befindliche Himmelreich gehalten und entsprechend in der Luxussuite einquartiert. Einzig Empfangschef Andre [ Chris Roberts ] kommt das Ganze etwas spanisch vor, wird dieser aber durch die neu angestellten Telefonistinnen Uschi und Muschi [ Ulli und Gaby König ] abgelenkt.
Ausgangspunkt der Szenerie von der Brut des Bösen selber war wohl – neben der schon im Titel offenkundigen Tolle Tanten - Trilogie von Rolf Olsen (1961, 1963, 1964) – mit Meine Tante - Deine Tante (sowohl 1939 als auch 1956) und Charley's Tante (sowohl 1956 als auch 1963), welche schon und ab da an stets als Ursache für die Witzigkeit einen (bereits von Natur aus nicht gerade schönen) Mann in das eher unpassende Kostüm einer Frau steckt und das nicht etwa wie oft andersrum (bei den Viktor und Vikoria - Verfilmungen etwa) zur Verwirrung der Geschlechterdefinition und dem Spiel mit der (Homo-, in seltenen Fällen auch Trans)Sexualität, sondern rein zur schon optischen Diskrepanz und der Pointe allein durch das Kostüm führt. So dreht sich ein Großteil der Handlung einfach um zwei alte Knacker, die wie Stalker einer vermeintlich reichen 'Frau' nachstellen und sich im dritten Frühling und dem Schwang der Hormone und der Geldgier mehr oder minder fast um diese prügeln, viel mehr passiert außer einigen guten Ansätzen, darunter einer fortdauernden kriminellen Aktivität von Jochen Busse und ein paar ausgewalzten Running Gags sowie der aktuellen Schlagerhitparade inklusive einem 'parodierenden' Singsang-Medley: nicht.
Im dritten Jahr der Schwemme von Pauker-und-Penne waren die Zuschauer hier wahrscheinlich sogar froh darüber, dass sie mal was anderes sehen durften, als den Lehrkörper bei seinem Alltagsstress und den Fummeltrinen den entscheidenden Obolus gaben, der Film war mit ca. 3 Millionen Besuchern die dritterfolgreichste einheimische Produktion des Jahres, vor u.a. den immer noch gut laufenden Wir hau'n die Pauker in die Pfanne! - Die Lümmel von der ersten Bank 5. Teil) und Unsere Pauker gehen in die Luft, die ansonsten neben diversen Nackedeifilmchen den Ton angeben.
Und wenigstens von der Umgebung sieht man hier etwas, brauchen die beiden Figuren aus München auf ihrer beschwerlichen Reise nach Österreich nämlich etwas und wird ihnen bald auch alles Hab und Gut entledigt, vorher und zwischendurch aber etwas der Szenerie gefrönt. Eigentlicher Ort der Handlung ist natürlich Velden selber das – mitsamt seiner berühmten, hier arg im blassen Geldstich gefangenen und außerordentlich mit allerlei schweren Vorhängen und Trussen 'zugepflanzten' Herberge im ekligen 70er Jahre Schick – so aussieht wie immer in derlei Filmen, etwas voll an nervigen Reisepublikum vielleicht und mit jedem Kaffeetisch und den Sonnen- und Ausruhliegen belegt, aber ein schönes Fleckchen Erde bleibt es dennoch, zumal die Zeit hier festgezurrt scheint und der Fortschritt bis in die frühen Neunziger entfernt. Jubel, Trubel, Hässlichkeit, dazu der Holländer mit viel Spielfreude, erstaunlich viel Würde noch und einen gar lustigen Akzent, der die Sprachwitze zu eingangs des Filmes zwar etwas holpernd und stolpernd und wie von einem Analphabeten abgelesen wirken lässt, das aber mit Energie ausgleicht, und im Vergleich zum wie immer heftig chargierenden Spargeltarzan Richter auch nicht ganz so der befürchtete Härtetest ist. Die beste Funktion gibt ausgerechnet Christian Anders, auch in einem Debüt, der selbstbewusst und gutaussehend wie als latent finsterer Rebell, quasi Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile angelegt ist und gar nicht so richtig zum Film selber gehört und dennoch ihn schaltend und waltend führt.