Auch im Trailer Park, der Wohnwagensiedlung, halten sich zuweilen Zombies auf, was man hier mit einem herrlich dreckigen Südstaaten-Flair angereichert hat.
Leider erzählt man eingefleischten Horror-Fans rein gar nichts Neues, wie in einer Mischung aus „2000 Maniacs“ und „From Dusk Till Dawn“ beschleicht einem eher das Gefühl, dass der Streifen rund zwanzig Jahre zu spät erscheint.
Dabei vermag der Einsteig auf ganzer Linie überzeugen, als die hübsche Norma aus dem White Trash Zentrum der Wohnwagensiedlung endlich ausbrechen will, ihr Verlobter jedoch einem tödlichen Unfall zum Opfer fällt. Mithilfe des Teufels in Form eines zotteligen Cowboys macht sie die Bewohner via Pumpgun nieder und jagt das Gelände mit sich selbst in die Luft. Jahre später finden hier sechs Problemkinder unter Aufsicht eines Pastors bei regennasser Nacht Unterschlupf und werden von einer freundlichen jungen Dame begrüßt: Norma…
Tatsächlich benötigt die Erzählung glatte 50 Minuten, um überhaupt an Fahrt aufzunehmen, bis dahin kann vor allem die Vorstellung der potentiellen Opfer kein Interesse erwecken.
Selbst Survivor-Girl Bridget, das Gothic-Mäuschen mit dem Herz auf der Zunge hat viel zu wenig Screentime, um sich auch nur ansatzweise Sympathien einzufahren. Den restlichen, wie einer Drogenfrau, einem Aufreißer, dessen Gespielin und einem Porno-Nerd ergeht es da noch viel schlechter und doch dauert der ganze Vorlauf viel zu lang, bis das erste Opfer im Visier der Untoten erscheint.
Angereichert werden diverse Längen durch Liebesszenen, kleine Zankereien innerhalb der Gruppe, aber auch einem viel zu ausladenden Flashback über Normas Beziehung zur Mutter, - zumal die Vorgeschichte bereits einige Zeit verschlingt.
Was innerhalb dieser Szenen deutlich punktet, ist das Setting der Wohnwagensiedlung und die erstklassige Auswahl an schrägen Figuren, denen man ihre Redneck Herkunft ohne weiteres abnimmt. Dazu gesellt sich ein Score auf Blues-Basis, der die Stimmung hervorragend untermauert.
Anderweitig kommt während des letzten Drittels ein ordentliches Tempo auf. Obwohl die Mischung aus Splatter, Ironie und Terror stimmig ist, will der Funke dennoch nie überspringen und die lockere Stimmung verleitet nur selten zum Schmunzeln.
Dabei sind diverse Ideen nicht ohne, wie eine Person unter Drogen, die beim Abtrennen ihres Armes noch über die hervorragende Wirkung des Stoffes lacht, bevor ihr die Realität einen Strich durch die Rechnung macht. Und auch diverse Gewaltszenen, wie das Filetieren eines Opfers an Ketten, eine Enthauptung, der Bruch einer Wirbelsäule und kleinere Fressszenen können aufgrund handgemachter FX überzeugen.
Jedoch bleiben so richtig bittere Spitzen, - gegenüber dem Genre an sich oder bezogen auf einige Figuren – weitgehend aus. Schuld daran mag auch der enttäuschende Showdown sein, der mit dramaturgisch gesteigerten Konfrontationen oder gar einem Duell zwischen Gut und Böse nichts am Hut hat.
So bietet der Streifen nach etwa einer Stunde passable Unterhaltung mit einem Zombie-Gitarristen, der seinen Blues auf das aktuelle Geschehen bezieht, einem explodierenden Untoten, dessen Arm wieder angetackert wird und einem asiatischen Zombiemädchen, welches ihre Massage natürlich nur unter einem Vorwand anbietet.
Gelegentlich kommt dabei ein ordentlicher Unterhaltungswert zustande, nur im Gesamtbild will die Mischung nicht so recht begeistern.
Auch wenn Nichole Hiltz in der facettenreichen Rolle der Norma eine überdurchschnittlich professionelle Leistung abliefert und einige Blutszenen angenehm derb ausfallen, so mangelt es dem Ganzen doch an Substanz.
Entsprechend gleicht das durchwachsene Ergebnis der unausgewogenen Inszenierung, denn während die Masken-Effekte durch die Bank überzeugen, fallen Kamera und Belichtung teilweise durch unzulängliches Handwerk auf.
Die komplette Zombie-Action – und das sollte schließlich den Fokus bilden - setzt schlicht zu spät ein, um das Treiben, abgesehen vom Einstieg, noch auf Erfolgsspur zu bringen.
Für Zwischendurch und am Rande okay, aber nichts, weshalb eine deutliche Empfehlung ausgesprochen werden könnte.
5,5 von 10