Review

Mit einigen Vorschusslorbeeren wurde "Fatal Move" seinerzeit bedacht, als bekannt wurde, dass, einmal abgesehen von Donnie Yen ("Dragon Tiger Gate", "Flash Point"), der Cast des grandiosen Actionthrillers "Sha Po Lang" wieder vor der Kamera vereint wurde. Die Idee des zeitweise geplanten Sequel wurde letzten Endes wieder fallen gelassen und die Produktion in die Hände von Dennis Law gelegt, der als Regisseur, Drehbuchautor und Produzent auf ganzer Strecke enttäuscht, da er die Fehler seines wenig berauschenden "Fatal Contact" noch einmal wiederholt und offenbar wenig dazu gelernt hat.

Dabei soll als Vorwarnung gleich vorweg erwähnt werden, dass der Trailer ein knallhartes Actionspektakel vorgaukelt, das "Fatal Move" ganz sicher nicht abbrennt. Stattdessen langweilt Dennis Law fast zwei Stunden, die sich anfühlen wie drei, mit einer enttäuschend konventionellen Gangster-Story, deren schauspielerische Leistungen von gestandenen Mimen wie beispielsweise Sammo Hung ("Dragon Squad", "Wushu"), Simon Yam ("Wake of Death", "Dragon Squad") oder Danny Lee ("City on Fire", "The Killer") vermutlich ihr Interesse an dem Stoff widerspiegeln, wohingegen sich Jacky Wu ("Fatal Contact", "Invisible Target") einmal mehr auf die Rolle des mordlüsternen Sidekicks mit dem extravaganten Aussehen festnageln lässt.

Der unoriginelle Plot läuft in geordneten Bahnen ab, entwickelt nur marginale Spannung und Interesse für die stereotypen Figuren, wobei die wenigen Actionszenen die inhaltlichen Mängel nicht überdecken können. Denn Martial Arts fällt bis zum Finale ganz aus. Zwischendurch sorgen ein paar Schießereien zwar für etwas Abwechslung, aber weder expandieren die Actionszenen, noch hatte man Ambitionen mehr als Standards abzuliefern. Da bietet selbst die bereits angejahrte Verwandtschaft deutlich dynamischere, spektakulärere Action. Quasi als Ersatzdroge darf sich stattdessen Jacky Wu mit seinen scharfkantigen Gerätschaften wie ein Mähdrescher durch Herden von Opfern häckseln, während die Effekt-Crew mit arg aufgesetzten CGI-Blutspritzern irgendwie Ordnung in das muntere Gekröse zu bringen versucht. Die graphisch möglichst explizite Darstellung von Gewalt hat es Law ohnehin angetan, wie zwischendurch immer wieder ein paar sadistische Szenen unterstreichen, zu einem besseren Film machen sie "Fatal Move" deswegen aber längst nicht.

Humor an den falschen Stellen (eigentlich ist das hier eine bierernste Angelegenheit) und ein denkbar vorhersehbarer Ablauf der Geschehnisse tragen ebenso wenig zu einem positiveren Bild bei, wie das brave Abhaken der gängigen Genrestandards. Zwischen der Polizei, angeführt von Danny Lee (Wer sonst?), und der Gang von Sammo Hung und Simon Yam kommt es so lange zu Reibpunkten, bis die Eskalation unausweichlich erscheint. Daneben haben die beiden aber noch mit ihren eigenen Lastern, Verrätern in den eigenen Reihen und persönlichem Unglück zu kämpfen. Denn abgesehen von den integren Figuren ist jeder um den eigenen Vorteil bedacht und scheißt auf Loyalität. Alles allerdings so schrecklich einfallslos und überraschungsfrei vorgetragen, als wären die Probleme des Syndikats das Normalste der Welt. Die Faszination der Unterwelt oder gar der Stadt geht "Fatal Move" dabei völlig ab.


Fazit:
Aus Dennis Law wird wohl kein guter Geschichtenerzähler mehr. Sein klischeehafter und über weite Strecken ermüdender, wenn auch ambitionierter Thriller besitzt zwar die Ansätze einer epischen Gangsterstory mit verzweigten Subplots, scheitert aber an seinen oberflächlichen Reißbrett-Figuren und dem unoriginellen Plot. Damit geht, neben einer zähen Geschichte, ein ziemlicher hoher Grad an Gewalt einher, die in ihrer Darstellungsweise kaum selbstzweckhafter sein könnte. Der Rest der eher seltenen Actionszenen bedient nur Standards, über die ein Hongkong-Film dieses Formats eigentlich erhaben sein sollte. Alles in allem eine ziemliche Enttäuschung.

Details
Ähnliche Filme