Inhalt:
China kurz nach der bürgerlichen Revolution, als im Land immer noch chaotische Zustände, Korruption und Gewalt herrschen. In dieser Situation beschließen mehrere KungFu-Kampfschulen miteinander zu kooperieren, sich zu einer Schule zusammen zu schließen und dies an einem Ort, nämlich der Kampfschule von Liang Wen (David Chiang).
Zu ihrem Anführer bestimmen die Meister der Kampfschulen den Großmeister Sheng Pei (Wong Hap aka Wang Hsieh), da dieser ein treuer Anhänger des Revolutionsführers Sun Yatsen ist.
Mehrere Meister wie Fong Kwan (Yue Hua), Ho Chuan (Lo Lieh) und aber auch Männer, die die Kunst des KungFu erlernen wollen, wie der naiv wirkende Ming Yu Wang (Lee Tao Hung) und dessen bildhübsche Cousine Yu Feng (Polly Shang Kuan) sind in der Schule Liang Wen´s vor Ort, genau so wie ein mit diesem befreundeter Lehrer (Jack Lung).
Doch sie alle haben vorrangig einen gefährlichen Feind, der das Ziel hat, diese Vereinigung zu beseitigen: Der rote Phoenix..., ein immer in rot gewandeter, maskierter Kämpfer, der ein unwiderstehliches KungFu beherrscht! Zunächst wird Fong Kwan getötet, dann wird auch Ho Chuan ein Opfer des roten Phoenix. Und sogar Sheng Pei wird, so scheint es, vom roten Killer liquidiert...
Lian Wen und die Männer seiner nächsten Umgebung tappen hinsichtlich der Identität des roten Phoenix komplett im Dunkeln. Sie verdächtigen Ming Yu Wang..., halten ihn für den roten Phoenix, der sich lediglich geschickt verstellt. Doch es gibt keinen Beweis hierfür. Dafür scheint um so klarer, dass der rote Phoenix über Spione in der Kampfschule verfügen muss..., und einige Meister und Schüler verhalten sich verdächtig, keiner kann dem anderen trauen...
Der rote Phoenix mordet unterdessen munter weiter..., und auch die von Yu Feng entwickelte Waffe eines eisernen fliegenden Vogels kann dem roten Killer nichts anhaben.
Letztendlich gelingt es Liang Wen, den roten Phoenix zu stellen..., es ist Sheng Pei, der seinen Tod nur vortäuschte! Mit Hilfe des alten Großmeisters Chiu (Tai Leung) können Liang Wen und Yu Feng den roten Phoenix abwehren und dieser flieht...
In der Kampfschule trainieren Liang Wen und Yu Feng exzessiv KungFu, um Sheng Pei, den roten Phoenix, endgültig zu eliminieren. Doch hinsichtlich des wahren roten Phoenix und dessen Identität erwartet die beiden noch eine ziemlich große Überraschung......
Fazit:
"Red phoenix"..., so lautet der originäre Titel dieses von einem kleinen taiwanesischen Studio produzierten Eastern aus dem Jahre 1978. Es ist ein guter, weitestgehend spannender KungFu-Film, der mit satten Farben, sehr schönen Drehplätzen, kernigen Fights und vor allem einem äußerst interessanten, hochkarätigen Superstar-Cast aufwarten kann!
Schnell taucht Regisseur Hsu Tien-Yung ins Handlungs-Geschehen ein..., alles dreht sich um einen rotgewandeten Kämpfer, der die Helden Mann für Mann ermeuchelt, und dessen Identität es aufzudecken gilt, bevor ihm das Lebenslicht ausgepustet werden soll.
Das alles ist spannend inszeniert..., manch Finte und Haken werden von der Regie in die Storyline gesetzt, und man bleibt als Zuschauer gebannt am Ball, wer ist der rote Phoenix?
Dies alles setzt Hsu Tien-Yung in wunderbaren Outdoor-Kulissen in Szene..., gewaltige Felsblöcke an mondänen Küsten, der Show-Down in einer weitläufigen Dünen-Landschaft, urige Wälder, Grotten und Täler..., in denen der Streifen excelent fotographiert ist, alles in hoher Farbsättigung. Das gibt dem Film "Red phoenix" eine interessante Atmosphäre, in welcher Granden des Eastern-Genres agieren.
Der Cast ist so interessant wie hochkarätig! Es kam mir bei der Betrachtung des Streifens so vor, als wenn ein Jugend-Traum in späte Erfüllung gegangen wäre. Meine Lieblings-Eastern-Darstellerin Polly Shang Kuan in einem Eastern der Shaw Brothers und deren Stars. Doch ist dies kein Eastern der Shaw Brothers, gleichwohl Polly mit Stars dieses Studios hier spielt.
Shaw-MegaStar David Chiang ist hier Dreh- und Angelpunkt, er agiert in der Hauptrolle, ernsthaft, überlegend, nüchtern. Er will endlich den roten Phoenix zur Strecke bringen! Und David spielt das überzeugend, und fightet richtig klassisch!
An seiner Seite eine der besten und schönsten Darstellerinnen Asiens, die wunderbare Polly Shang Kuan. Die hier 30jährige taiwanesische Actrice stand hier auf dem Zenit ihrer Attraktivität, und sie zeigt im Verbund mit David Chiang wieder ihren hervorragenden KungFu-Stil.
Dass Regisseur Hsu Tien-Yung im Show-Down und vorab in den Trainings-Sequenzen für diesen, ganz auf das Duo Chiang/Shang Kuan setzte, darf wohl als ein vorzüglicher Schachzug der Regie gewertet werden, das war Klasse.
Um die beiden herum ist ein illustrer Cast versammelt, Shaw-Stars wie Wong Hap (aka Wang Hsieh), Lo Lieh und Yue Hua, beide leider hier früh "sterbend", würzen das ganze natürlich. Dazu noch Männer wie Jack Lung und Blacky Ko ("Karato - Der Todesstoß"). Besondere Rollen haben hier noch Tai Leung als ein gereifter Sifu und vor allem Lee Tao Hung als ein zunächst schwach und naiv wirkender Schüler inne.
Quintessenz eines Eastern sind wie immer die KungFu-Fights. Das mit dem "eisernen Vogel" wirkte eher albern, und manch Fight-Sequenz war etwas zu tricky und manchmal etwas hektisch im Schnitt. Doch kann man dem KungFu dieses Streifens letztendlich eine hohe Qualität nicht absprechen, und das dies von Könnern und einer Könnerin ihres Fachs dargeboten wird.
Zum Ende hin nimmt die Action natürlich zu..., und ich sprach es schon an, David Chiang und Polly Shang Kuan ergänzen sich im Training (Polly in enger roter Hose und schwarzen Stiefeln, nicht schlecht!) und im Show-Down in den Dünen gegen Wong Hap und dann gegen den roten Phoenix, glänzend.
"Red phoenix" hat seine kleinen Mankos, man kann sicher manches kritisieren. Doch mir hat der Film Spaß gemacht..., vor allem, dass DIESE Stars hier mal miteinander agieren..., Polly mit David..., das gefiel mir besonders, und auch sonst hat der Film seine Stärken!
Dafür gibt es sehr, sehr knappe aber verdiente 8/10 Punkte!