Eine (manchmal nicht ganz zutreffende) Weißheit besagt: Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist.
Doch es gibt einige Kurzfilme, die das Publikum aufgrund ihrer ansprechenden Machart so richtig in Wallung bringen, um letztlich dadurch zu enttäuschen, dass sie urplötzlich zu Ende sind, manchmal vielleicht auch budgetbedingt.
In diesem Fall ist das besonders schade, da „Night of the Hell Hamsters“ alle notwendigen Zutaten für Horrorfans, als auch für Trashfreunde unterhaltsam auf den Punkt bringt.
Bei den Zutaten könnte man einerseits von geballten Klischees sprechen, inszenatorisch zeigen sie jedoch, wo der Hamster sein Laufrad hat: Gewitternacht, Babysitterin Julie hütet die Kinder ihrer Nachbarn, als ihr Freund Karl an der Tür klingelt. Das erwünschte Ouija-Board hat er zwar nicht dabei, doch mit einigen Tricks wird aus der Angelegenheit Gläserrücken, woraufhin ein Dämon heraufbeschworen wird und sich alle erdenklichen Hamster in kleine Fell-Zombies verwandeln…
„Guinea pigs ate your mother?“
Zwar merkt man der kleinen Produktion ab den ersten Bildern seinen überaus niedrigen Etat an, doch aus diesem wurde ordentlich geschöpft. Die beiden Darsteller (die in dem Streifen, der im TV läuft, sind dabei zu vernachlässigen) agieren glaubhaft, handwerklich überzeugen vor allem Kamera, Schnitt und der feinsäuberlich abgestimmte Score und zudem weiß Regisseur und Autor Paul Campion, was der Horrorfilmfreund sehen möchte.
Viele Einstellungen erinnern klar an Carpenters „Halloween“ (auch die Exposition der Geschichte greift deutlich darauf zurück), dazu eine Gewitternacht, angsterfüllte Gesichter in Nahaufnahme und ein wenig Splatter, denn ohne gänzliches Blutvergießen soll die Chose schließlich auch nicht vonstatten gehen.
Für die Trashfreunde wurden die killenden Hamster entsprechend notdürftig in Szene gesetzt, mit rotleuchtenden Klüsen und etwas Fell drumherum, doch aufgrund der hoch gepitchten Stimmchen und dem latenten Gegacker erinnern jene Erscheinungen wiederum an die bedrohlichen Fellknäuel in „Gremlins“.
„Zu kurz!“ ist ergo eine Empfindung, die sich direkt nach der Sichtung, konkret auf die letzte Einstellung bezieht, welche deutlich Lust auf mehr macht.
Innerhalb weniger Sekunden nach Einstieg ist man inmitten des Geschehens, freut sich über die Leichtigkeit der Darbietung, welche durch einigen Dialogwitz aufgelockert wird und ist schließlich doch ein wenig enttäuscht, dass die Sache ganz am Ende nicht noch einmal so richtig ausholt.
Einziges Manko ist dabei die nicht so zielsichere Pointe und die Tatsache, dass sich das Treiben fast ausschließlich in nur einer Wohnung abspielt, doch wer diesen rund 15minütigen Kurzfilm für lau ergattern kann, sollte sich definitiv den Spaß gönnen.
7 von 10