Vor zwei Jahren rettete der Müllman Liam Case das Mädchen Marlene aus einem brennenden Auto und wurde so zum Helden. Jetzt will er nur 2 Schecks bei der Bank einreichen, als Bankräuber die Bank überfallen. Er versucht die hübsche Kassiererin zu beschützen, doch ein versehentlich gelöster Schuss trifft die Kassiererin in den Kopf. Beim Versuch ihr zu helfen wird auch er angeschossen und er ist erneut der Held. Während er sich recht schnell erholt, liegt die Kassiererin auch nach 3 Monaten noch im Koma. Doch mittlerweile hat Liam die Täter herausgefunden und beginnt einen Rachefeldzug.
Von Hero wanted hatte ich mein Lebtag bisher noch nix gehört und als ich Nu Image als Produktionsfirma las, sanken die Erwartungen schon mal vorsorglich Richtung Erdkern, wurde aber dennoch positiv überrascht. Das lag jetzt weniger an der Spielerei mit den verschiedenen Zeitebenen, sondern eher an der Story. Diese sieht zwar wie die typische ein Mann sieht rot Nummer aus, hat am Ende aber einen netten Twist, wenn herauskommt das der ach so liebe und nette Liam im Grunde an dem ganzen Schlamassel selbst Schuld trägt.
Vorher muß sich der Normalo allerdings bei einem Banküberfall anschießen lassen, was ja noch ok wäre. Aber das die Gangster seine heimliche Flamme (Frau schon vor Jahren gestorben) in den Kopf und ins Koma schießen nimmt er dann doch sehr persönlich. Da er die Fiesos genau kennt, ist der Boden für eine gepflegte Vendetta bereitet.
So ganz einig ist sich die Geschichte dabei allerdings nicht, ob man hier einen FSK 18 B-Actioner reißen wollte, da stellenweise doch recht ehrenrührige Passagen eingestreut werden. Nach und nach werden die Mitglieder der Gang recht hart ins Jenseits befördert, wobei immer darauf Wert gelegt wird das Liam vom Schlagen und Waffen null Ahnung hat, sondern die überlegenen Bösis stets durch schiere Willenskraft und unkonventionellen Schlägereien besiegt, bis es dann zum sehenswerten Finale in der alten Fabrik mit dem Anführer kommt.
Zwischen den drei größeren Action Einlagen kommt es aber immer wieder zu ehrehrührig bremsenden Passagen in denen Liam am Krankenbett sitzt oder sich mit dem geretteten Kind unterhält. Sowas dient zwar zum Verständnis des Charakters, paßt dann aber nicht wirklich zu den harten Schlägereien und Shootouts. Trotz aller eingestreuter Melancholie, weiß Hero wanted aber recht gut zu unterhalten. Man kann sich prima mit der Hauptfigur identifizieren und auch die Darsteller wissen, was sie tun. Also von Nu Image hab ich schon schlechteres erlebt.
6/10