Man kann von Quentin Tarantino halten was man will, aber er gehört zweifelsohne zu den einflussreichsten Regisseuren in den letzten Jahren. Viele Regisseure haben sich daran versucht ihre eigenen „coolen“ Filme im Stile eines Quentin Tarantino zu drehen. Einer davon ist, Larry Bishop mit seinem Bikerfilm „Hell Ride“. Den fand Tarantino dann so toll, dass Bishop mit dessen Namen für seinen Streifen werben darf.
Story: Die Motorradgang „The Victors“ unter der Führung von Pistolero zieht durch das Land um ihren eigenen Sinn von Gerechtigkeit durchzusetzen. Getrieben von Rachegedanken machen sie sich auf die Jagd nach der rivalisierenden Gang den „666ers“, welche den Tod von Pistoleros Frau auf dem gewissen haben.
Im Fahrwasser von „Grindhouse“ versuchte Regisseur Larry Bishop seinen eigenen kleinen Exploitationflick zu drehen. Ausgesucht dafür hat er sich dabei das Subgenre des Bikerfilmes und drehte seinen „Hell Ride“. Bishop orientiert sich stark an die Filme seines Vorbildes Tarantino mit unendlich lang wirkenden Dialogen, eine inflationär gebrauchte Nutzung des Wörtchens „Fuck“, coolen Sprüchen, coolen Leuten mit coolen Namen, dazu noch coole Musik und cool wirkender Gewalt. Mit Michael Madsen hat er darüber hinaus noch einen alten Veteranen aus dem Hause Tarantino mit an Bord geholt.
Klingt alles ganz toll? Nein, ist es aber nicht. Denn „Hell Ride“ scheitert auf der ganzen Linie und entpuppt sich als stinkendlangweiliges und selbstverliebtes Bikerfilmchen. Hohles, leeres Geschwafel über Nichts, unterbrochen von unzähligen Szenen wo die Gang Motorrad fährt und sich cool in Pose wirft. Nebenbei gibt es noch einige Shoot Outs, damit es nicht allzu langweilig wird. Große Gewaltexzesse sollte man aber nicht erwarten. Hier wird mal eine Kehle durchgeschnitten, dort mal jemand mit einem Pfeil getötet und da wird mal jemand blutig erschossen. Für eine „KJ“ sollte es aber locker reichen.
Schön zu sehen, dass Bishop aber nicht so prüde zu sein scheint wie sein großes Vorbild. Denn neben der Dialogflut und den Bikerszenen dürften Freunde von nackten weiblichen Körpern nicht zu kurz kommen. Neben Standardsexszenen gibt es noch ausgiebige weitere Nacktszenen bei denen die Frauen nicht nur ihre Oberweite präsentieren dürfen. Somit hätte „Hell Ride“ schon mal einen Punkt auf der Skala.
Ein weiteren bekommt er durch sein recht ansehnliches Staraufgebot. Neben dem bereits erwähnten Michael Madsen, geben sich noch Dennis Hopper, David Carradine, Eric Balfour und Leonor Varela die Ehre. Dazu gesellt sich Vinnie Jones, welcher wieder wie gewohnt gut und psychopatisch agiert. Große Leistungen sollte man aber von allen Schauspielern nicht erwarten.
Unterbrochen wird die Geschichte immer wieder von Rückblenden in die Vergangenheit von Pistolero, welche dem Charakter so was wie tiefe geben sollen. Dazu noch ein paar optische Spielereien (bei jeder neuen wichtigen Figur wird das Bild eingefroren und der Name eingeblendet) und Verfremdungen beim Bild. Denn das Filmchen soll ja auch optisch was her machen und schick aussehen.
Mit einer tollen Riege an B-Stars, Gewalt und jeder Menge nackter Haut hätte aus „Hell Ride“ ein guter Film im Stile der alten Bikermovies werden können. Stattdessen verliert der Film sich in Belanglosigkeiten und gähnender Langeweile. So kommen einem 80 Minuten wie über 2 Stunden vor. Schade um das verschenkte Potential.